Noch fünf Tage, dann steigt in der Nordbank Arena der Hinrunden-Knaller HSV gegen Bremen. Die Fans zählen seit Wochen die Tage runter, und auch die Mannschaft blickt nach dem 4:0-Sieg in Nürnberg selbstbewusst auf das Kräftemessen mit dem Erzrivalen von der Weser. "Wir wollen gewinnen und vor Bremen in der Tabelle in die Winterpause gehen", sagt David Jarolim, der wie der Rest der Mannschaft die Horror-Serie gegen Bremen zum Ende der vergangenen Saison noch im Hinterkopf hat.
Gleich vier Mal musste der HSV damals gegen Werder antreten. Zu gewinnen gab es für Rost & Co. nichts. Neben der Pleite im Ligaspiel zogen die Hamburger auch im Halbfinale des DFB-Pokals und UEFA-Cups den Kürzeren. Am bittersten war ohne Zweifel das Aus im UEFA -Pokal. Eine Papierkugel lenkte damals den Ball (ein Passversuch von Michael Gravgaard) zur Ecke, aus der anschließend das entscheidende Tor der Bremer resultierte. "Das hat keiner bei uns vergessen. Ich wurde selbst im Urlaub noch darauf angesprochen. Die Szene mit der Papierkugel war unglaublich, aber irgendwie auch typisch für uns. Die Bremer haben sich danach darüber lustig gemacht. Aber wahrscheinlich hätten wir auch nicht anders reagiert", sagt Jarolim.
Die Papierkugel liegt mittlerweile im Werder-Museum in Bremen. "Es sollte wohl so sein. Das war einfach Schicksal", erinnert sich Marcell Jansen nur ungern zurück. Als Außenstehender beobachtete damals Bruno Labbadia die HSV-Spiele gegen Bremen. "Das war eine unglaubliche Konstellation, die ganz Deutschland gefesselt hat. Es waren Spiele auf sehr hohem Niveau. Für Bremen kam am Ende das entscheidende Quäntchen Glück dazu. Man hat sich damals noch keine Gedanken gemacht, was für eine Tragweite das alles hatte", sagt Labbadia, der damals noch als Cheftrainer in Leverkusen auf der Bank saß. Mit dem HSV will er am Sonntag jubeln. "Dann stehen wir richtig gut in der Tabelle da", so Jerome Boateng.