Der Frust saß auch einen Tag nach der schmerzhaften 0:1-Niederlage gegen Amsterdam noch tief. "Das war einfach mehr als unnötig und ist nicht zu erklären", meinte Piotr Trochowski. Martin Jol wollte seine erste Heimpleite als HSV-Coach am liebsten "so schnell wie möglich vergessen".
Viel Zeit zum Zurückschauen bleibt dem HSV in der Tat nicht. Schon morgen steht in Bochum der Bundesliga-Alltag wieder auf dem Programm. Die Partie beim VfL ist der Auftakt zu einer Serie von drei Auswärtsspielen in den kommenden acht Tagen. "Im Pokal-Spiel gegen Bochum haben wir gut ausgesehen, aber jetzt müssen wir auswärts antreten. Das ist etwas ganz anderes. Dort gilt es vor allem, in der Defensive gut zu stehen", sagt Jol. Flüchtigkeitsfehler wie zuletzt der schlampige Rückpass von Jarolim im Ajax-Spiel, der zum Gegentor führte, will der Coach dabei nicht mehr sehen. "Die Einstellung muss stimmen. Jedes Spiel ist wie ein Krieg."
Jol appelliert an den Kampfgeist und die Geschlossenheit seiner Truppe. Aus der Ruhe will er sich aber nicht bringen lassen. "Wir haben unsere Ziele, daran hat sich nichts geändert. Bei uns wird weiter positiv gedacht. Unsere ersten Auswärtsspiele waren nicht so schlecht."
Fakt ist: Aus den letzten drei Auswärtsspielen holte der HSV keinen Punkt. In Bochum gab es zuletzt zwei Mal ein 1:2. David Jarolim meint: "Wir müssen Konstanz in unser Spiel bringen. Ich hoffe, dass mit dem ständigen Wechsel zwischen Sieg und Niederlagen nun Schluss ist und wir am Sonntag wieder lachen können."
Ausreden soll und wird es keine geben. Selbst von fehlender Kraft nach mittlerweile über 20 Pflichtspielen in dieser Saison kann nicht die Rede sein. "Wir sind fit. Bis Weihnachten müssen wir noch fünf Mal ran. Das ist kein Problem", sagt Joris Mathijsen. Mal schauen, ob Ajax der letzte Ausrutscher vor der Winterpause bleibt.