Zurück in der Spur – der HSV feiert nach den deprimierend desaströsen Werder-Wochen sein Comeback auf den Euro-Rängen und steht nach dem 3:1 (2:0) gegen Bochum wieder auf Platz fünf. Mit dem Heimspiel gegen Köln am Sonnabend und der abschließenden Auswärtspartie in Frankfurt haben es die Hamburger nun wieder selbst in der Hand, für ein versöhnliches Saison-Ergebnis zu sorgen.
Die wichtigste Frage war schnell geklärt. Werder-Trauma oder Liga-Endspurt-Depression? Offenbar ersteres. Der Derby-Wahnsinn mit dem so bitteren Ende für den HSV ist ein abgeschlossener Zyklus. Wiese & Co. haben den Hamburgern keineswegs sämtliches Selbstbewusstsein ausgesaugt – es geht noch! Und der Gegner hilft kräftig mit. Abstiegskandidat Bochum präsentiert sich in der Nordbank Arena schon wie ein Zweitligist. Dem HSV genügen wenige klare Aktionen, um die Sache auf den rechten Pfad zu geleiten.
15. Minute: Paolo Guerrero wird von Jansen bedient, knackt aus 25 Metern drauf – Volltreffer. Das 1:0 durch den Peruaner – die Erlösung für Fans und Verantwortliche. Und auch die Bestätigung, dass Martin Jol richtig liegt mit seinen Personal-Rochaden. Atouba (s. Seite V) rein, Streit rein, Demel in der Innenverteidigung. Das Ganze zu Lasten der Nationalspieler Trochowski, Pitroipa und Gravgaard.
Bis auf Grotes Versuch (20., Rost hält stark) passiert im HSV-Strafraum gar nichts. Dafür rappelt’s kurz darauf wieder bei den Gästen. Aogos Ecke nickt Olic (ein paar Locken von Gegenspieler Concha waren wohl auch noch am Ball) ein zum 2:0 (33.). Komfortabel!
Eigentlich eine günstige Gelegenheit, sich diesen ganzen Werder-Frust mal zünftig von der Seele zu ballern. Findet Olic auch. Weil die Bochumer-Abwehr alles falsch macht, kommt der kroatische Publikums-Liebling in seinem vorletzten Heimspiel zu seinem zweiten Tor des Tages – das 3:0 in der 58. Minute. Unnötig, dass der HSV Freiers Ehrentreffer zulässt (71.) – allerdings auch nicht weiter tragisch. Mit ihrem Torverhältnis (plus zwei) können die Hamburger eh keinen erschrecken. Macht aber nichts – der Punkte-Vorsprung zählt. Und den muss Martin Jols Team jetzt nur noch unfallfrei ins Ziel retten.