Diesen Herren macht keiner etwas vor. Felix Magath (57) und Armin Veh (49) sind absolute Trainerfüchse mit dem Erfahrungsschatz ungezählter Schlachten. Alles erlebt, alle Kniffe in petto – am Sonnabend, beim Auftaktkracher zwischen dem HSV und Schalke, wird sich herausstellen, wer der bessere Zocker ist – am Kartentisch liegen die beiden Supertaktiker jedenfalls auf Augenhöhe...
Veh und Magath kennen sich schon lange – und sie schätzen einander. "Ja, das stimmt", sagt der HSV-Coach, "wir verstehen uns gut. Wenn wir uns treffen, gibt's immer was zu besprechen." Genug Anknüpfungspunkte sind eh vorhanden. Beide arbeiteten höchst erfolgreich beim VfB Stuttgart. Magath führte die Schwaben 2003 in die Champions League. Veh toppte die reife Leistung ein paar Jahre später. 2007 holte der HSV-Coach die Meisterschale nach Stuttgart – damals eine Sensation.
In Wolfsburg folgte in der Vorsaison dann Meistermacher Veh dem Meistermacher Magath. Ein schweres Erbe, wie sich herausstellen sollte. Nach Magaths Husarenstreich mit dem VW-Klub scheiterte Veh an überhöhten Erwartungen und der Genügsamkeit seiner Stars.
Am Sonnabend (18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.DE) treffen die beiden Altmeister also direkt aufeinander. Es wird ein herzliches Wiedersehen. Und es wird ganz sicher nicht nur über Fußball geredet. Denn die beiden gebürtigen Bayern (Magath stammt aus Aschaffenburg, Veh wurde in Augsburg geboren) teilen die Leidenschaft fürs Kartenspielen. Veh: "Wir haben schon die eine oder andere Partie Schafkopf miteinander ausgetragen." Beim traditionellen bayerischen "Volkssport" gibt es keinen Überlegenen im Trainerduell – genau wie am Sonnabend auf dem Platz. Und auch dort werden Veh und Magath den anderen ganz sicher nicht in die eigenen Karten schauen lassen.