Die Revanche ist geglückt! Nach der 0:3-Hinrundenpleite in Hoffenheim galt es einiges klarzustellen, bevor der Herbstmeister aus dem Hopp-Imperium zum Rückspiel an die Elbe reist. "Das hat richtig wehgetan", erinnerte sich Piotr Trochowski. Auf neutralem Platz im La Manga Club gewann die Mannschaft von Martin Jol verdient mit 2:0 (1:0). Weh tat diesmal nur eine Schlägerei von Ivica Olic und Carlos Eduardo kurz vor Schluss.
Seit Tagen trainierten die Teams nur einen Abschlag voneinander entfernt. Gerne riskierte der Trainerstab einen Blick auf die Feinheiten der gegnerischen Übungseinheiten. HSV-Coach Martin Jol etwa hatte auf Hoffenheimer Seite allein fünf Torhüter ausgemacht.
Rund 900 zum Teil nur bedingt fachkundige Zuschauer (Frage in Reihe zwei: "Gegen wen spielt Hoffenheim?", später: "Hamburg ist in Blau, oder?") hatten sich zum Bundesliga-Duell auf der Mini-Tribüne eingefunden.
Auf dem Platz mühten sich die Teams, Ruhe in die Aktionen zu bringen. Rost rettete gegen Gross (13.) - viel mehr kam allerdings nicht vom Herbstmeister. "Hallo Wach" dann zehn Minuten später. Collin Benjamin bediente Jonathan Pitroipa, der die Kugel aus 16 Metern an die Latte hämmerte (23.). Glück für Hildebrand und die Hoffenheimer B-Elf (Ibisevic, Salihovic und Ba kamen erst in der zweiten Hälfte).
Wie schon gegen Mailand übernahm "Collo" schließlich selbst die Rolle des Torjägers, traf nach Pass von Petric zur HSV-Führung (26.). "Man konnte im ersten Durchgang durchaus sehen, dass beide Mannschaften mit Augenmaß spielen. Aber bei beiden ist noch Luft nach oben", bilanzierte Sportchef Dietmar Beiersdorfer zur Pause.
In der zweiten Hälfte feierte Testspieler Marcel Ndjeng (war bei Gladbachs Trainer Hans Meyer in Ungnade gefallen, siehe Text Seite 34) sein HSV-Debüt, Nigel de Jong nach dreimonatiger Verletzungspause sein Comeback. Nach schönem Pass von Jerome Boateng netzte Paolo Guerrero zum 2:0-Endstand (82.) ein. Ganz bitter: Eduardo schlug Olic nach einem Zweikampf an der Außenlinie, der Kroate revanchierte sich. Beide sahen Rot (88.). Ein unschöner Abschluss.