Seit dem Afrika-Cup läuft Guy Demel auf der Felge. Das kraftraubende Turnier im Januar in Angola hat den 28-jährigen Ivorer in eine fiese Leistungskrise gestürzt. Der Abwehr-Allrounder ist mit sich selbst total unzufrieden. "Es stimmt", berichtet der 28-Jährige erfrischend selbstkritisch, "ich komme einfach nicht zu meiner Leistung." Damit sich das ganz schnell wieder ändert, hat Demel sich von der medizinischen Abteilung ein Spezialprogramm verpassen lassen.
Bei den Fans hat der Afrikaner mächtig Kredit die langezogenen "Guuuuy"-Rufe munterten den müden Verteidiger sogar beim Gastspiel in München immer wieder auf. "Das freut mich natürlich unheimlich", sagt Guy, "und ich möchte den Fans natürlich etwas zurückgeben." Aber er kann nicht und weiß aber auch nicht genau warum. "Ich habe alle Tests gemacht, die Ergebnisse sind in Ordnung. Aber man sieht ja, dass ich meine Bestform nicht habe, in Zweikämpfen nicht energisch genug bin."
Mit vereinten Kräften soll Demel wieder auf das Leistungsniveau gehievt werden, das ihn für den HSV seit 2005 so oft so wertvoll gemacht hat. "Der Konditionstrainer und die Ärzte haben ein Spezialprogramm für mich entwickelt", verrät Demel. Sonderschichten im Kraftraum, Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine Guys geschundener Körper muss aufgepäppelt werden.
In München war schon eine leichte Aufwärtstendenz zu erkennen. Demel hatte Superstar Franck Ribéry im Griff bis auf die Situation, in der der Franzose das Spiel zugunsten der Münchner entschied. "Hätte ich mich richtig gut gefühlt, wäre das Tor vielleicht nicht gefallen", sagt der Hamburger. Gegen Hertha darf Demel erst einmal Pause machen.