HSV - ANDERLECHT
3:1! Ruud trifft, der HSV siegt
Foto: Witters
Foto: Witters
Es war einer dieser Abende, der in den Köpfen hängen bleiben wird. Weil er etwas Magisches hatte. Erstmals durfte Ruud van Nistelrooy von Beginn an für den HSV ran – und prompt verwöhnte der Superstar die Fans. Beim 3:1 (2:1) im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gegen den RSC Anderlecht langte er aus unmöglichem Winkel zum 2:0 hin. Ein Wahnsinn! Und der HSV reist mit blendenden Aussichten zum Rückspiel.
Bruno Labbadia hatte die Fans schon vor dem Anpfiff glücklich gemacht. Van Nistelrooy in der Startelf – endlich! Euphorie auf den Rängen, Unbehagen bei den belgischen Gästen. Und der neue Held der Hamburger ließ keine Zeit verstreichen, um zu zeigen, was Sache ist. Ein erster Versuch aus spitzem Winkel (3.), ein von Mazuch abgeblockter Schuss (23.) – van Nistelrooy ballerte aus allen Lagen.
Derart inspiriert von seinem Landsmann wurde sogar Abwehrchef Mathijsen zum Torjäger. Nach einem Aogo-Schuss stand der Holländer plötzlich frei, vollendete mit rechts flach ins linke Eck – die Führung (23.).
Der Volkspark bebte – zwölf Minuten später explodierte er dann. Und die 34.921 Fans wurden Zeugen eines Moments, wie ihn wohl nur "Van the Man" kreieren kann. Elia hatte ihn angespielt, nahezu parallel zur Torlinie. Und was machte van Nistelrooy? Er jagte die Kugel aus fünf Metern und unerhört spitzem Winkel mit links in die Maschen. Das 2:0, ein Traumtor (40.)! Klubboss Bernd Hoffmann sprach in der Pause aus, was alle dachten: "Wie er das gemacht hat, das kann man nicht lernen, das muss angeboren sein."
Schade nur, dass die Gäste etwas gegen Ruuds Ein-Mann-Show einzuwenden hatten. Legears 22-Meter-Freistoß schlug zum 2:1 links oben ein (45.) – und das so wichtige Zu-Null war dahin.
Die Jagd nach einem komfoertableren Ergebnis ging weiter. Nach 56 Minuten lagen sich wieder alle in den Armen und hatten das langgezogene „Ruuuud“ auf den Lippen – doch van Nistelrooys zweiter Treffer wurde wegen Abseits nicht anerkannt. Auch Petric scheiterte zwei Mal (66./73.).
Doch das Ruud-Virus hatte sich längst breit gemacht. Erst bei Mathijsen, nun auch bei Jarolim – der nicht wirklich als Torjäger bekannte Tscheche knallte das Leder flach und volley aus 16 Metern zum 3:1 in die Maschen (76.).
Ein gutes Resultat für den überlegenen HSV, der kommende Woche beruhigt aber nicht überheblich zum Rückspiel reisen darf. Immer wieder setzten die Belgier feine Nadelstiche, deuteten an, wozu sie im Stande sind. Aber wen auf Hamburger Seite kann das schon schrecken? Der HSV hat ja Ruud!
HSV - RSC Anderlecht
Bildergalerie ( 22 Bilder )
Joris Mathijsen gegen Supertalent Lukaku
Foto: dpa
Akrobatisch: David Rozehnal
Foto: Witters
Mathijsen hat alle Hände voll zu tun
Foto: Witters
Zé Roberto gegen zwei Anderlecht-Akteure
Foto: Witters
Joris Mathijsen hat gerade das 1:0 erzielt
Foto: Witters
Ruud van Nistelrooy und Marcell Jansen bejubeln das 1:0.
Foto: Witters
Und dann hat er zugeschlagen! Das 2:0 durch Ruuuuuud!
Foto: Witters
Die Jubelfaust von "Ruud van-tastisch"
Foto: Witters
David Jarolim zieht ab...
...und macht das 3:1 für den HSV!
Die Torschützen Mathijsen und van Nistelrooy sitzen vor der Nordtribüne.
Ruud bedankt sich bei den Fans.
Und zum Schluss gibt's die Welle.
Ruud van Nistelrooy kurz vor seinem Startelf-Debüt.
Foto:
Witters
EM 2012
Fußball
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
HSV - Anderlecht: Die MOPO-Noten
Bildergalerie ( 11 Bilder )
HSV - Anderlecht: Die MOPO-Noten
Tomas Rincón: Die Belgier versuchten es immer wieder über seine Seite. Er hielt dagegen – meist mit Erfolg. Note 4
Foto: dpa
Joris Mathijsen: Hatte mit Gegenspieler Lukaku reichlich Arbeit. Joris blieb der Sieger. Zur Krönung gab es das 1:0 – mit rechts! Note 2,5
Foto: dpa
David Rozehnal: Die Leistungskurve zeigt weiter nach oben. Viele gute Aktionen, kaum Aussetzer. Note 2,5
Foto: Witters
Dennis Aogo: Ein solider Auftritt auf der linken Seite. Note 3,5
Foto: Witters
David Jarolim: Der Arbeiter spulte mal wieder viele Kilometer ab und erzielte am Ende auch noch das wichtige dritte Tor. Note 2,5
Foto: dpa
Zé Roberto: In der ersten Hälfte sehr aktiv, baute im Laufe des Spiels ab. Die ganz großen Ideen, die den Brasilianer auszeichnen, waren aber nicht dabei. Note 3,5
Eljero Elia: Musste wieder rechts ran. Tauchte teilweise ab, bereitet das 2:0 vor. Note 4 - ab 78. Trochowski
Marcell Jansen: Nicht so viele Power-Läufer, aber immer wieder ein Aktiv-Posten, der für Gefahr sorgt. Note 3,5
Foto: Witters
Mladen Petric: Erst ging gar nichts. Doch der Kroate kämpfte sich ins Spiel und brachte es am Ende noch auf einige gefährliche Aktionen. Note 4
Ruud van Nistelrooy: Einzigartig. Wenn er in den Strafraum kommt, brennt es. Sensationelles Tor zum 2:0. Note 2
Foto: Witters
Frank Rost: Beim Gegentor ohne Abwehrchance. Wenn er etwas machen konnte, war Rost zur Stelle. Am Ende stark. Note: 2,5
Foto:
dpa
EM 2012
Fußball
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
HSV - Anderlecht: Stimmen zum Spiel
Bildergalerie ( 6 Bilder )
HSV - Anderlecht: Stimmen zum Spiel
Joris Mathijsen: "Das Gegentor ist schade, aber mit dem 3:1 können wir trotzdem zufrieden sein. Über meinen Treffer habe ich mich sehr gefreut."
Foto: Witters
Ruud van Nistelrooy: "Diese Spiele sind die Partien, für die man als Fußballer lebt. In einem Europapokalachtelfinale unter Flutlicht aufzulaufen, ist etwas ganz besonderes, gerade wenn man sein Startelfdebüt geben kann. Ich habe in den letzten Wochen hart dafür gearbeitet, nun konnte ich mich selbst für meine Geduld belohnen und der Mannschaft mit meinem Treffer helfen. Bei der Situation beim Tor muss man es einfach versuchen, hatte ja nicht so viele Möglichkeiten. Es war aber auch etwas Glück dabei. In den letzten zehn Spielminuten war ich etwas müde. Jetzt müssen wir im Rückspiel mit der gleichen Mentalität auftreten und nicht nur das Ergebnis verteidigen."
Foto: Witters
David Jarolim: "Wir haben heute ein sehr gutes Spiel gezeigt. Uns war klar, dass wir Geduld mitbringen müssen, um gegen diesen konterstarken Gegner zum Erfolg zu kommen. Wir haben das Spiel zu jeder Zeit unter Kontrolle gehabt und uns zahlreiche Chancen erarbeitet. Dass wir einen Gegentreffer bekommen haben, ist zwar ärgerlich, mit unseren drei Toren haben wir uns aber eine gute Ausgangsposition geschaffen, um nächste Woche in Anderlecht ins Viertelfinale einzuziehen. Es war heute ein hartes Stück Arbeit, jeder musste alles geben. Dass ich sogar ein Tor erzielen konnte, freut mich, da ich ja sonst nicht unbedingt für meine Torgefährlichkeit bekannt bin. In den letzten Monaten habe ich aber immer wieder an meinem Abschluss gearbeitet, das zahlt sich nun scheinbar aus."
Foto: dpa
Marcell Jansen: "Wir haben etwas gebraucht, bis wir in dieser Partie so richtig drin waren, aber dann haben von Minute zu Minute unsere Kombinationen besser geklappt. Aus meiner Sicht haben wir trotz des Gegentreffers von Anderlecht ein richtig gutes Spiel gezeigt und absolut verdient auch in dieser Höhe gewonnen. Damit haben wir uns ein gutes Polster für das Rückspiel geschaffen, denn der RSC hat durchaus in der einen oder anderen Szene seine Torgefahr angedeutet. Wir können nach dieser Leistung mit breiter Brust nach Leverkusen und Anderlecht fahren."
RSC-Trainer Ariel Jacobs: Heute ist eine sehr junge Mannschaft auf eine sehr erfahrene gestoßen. Man spürt, dass die Bundesliga eine andere als die belgische Jupiler League ist – und der HSV auch ein anderer Gegner als Bilbao. Man konnte deutlich die Erfahrung eines David Jarolim oder Zé Roberto im Vergleich zu einem Cheikhou Kouyate spüren. Insgesamt kann ich aber mit der Leistung meiner Jungs und auch mit den Chancen, die sie herausgespielt haben, zufrieden sein."
Trainer Bruno Labbadia: "Wir haben mehr als verdient gewonnen, es wäre auch ein viertes Tor drin gewesen - das ist das einzig Ärgerliche. Bis auf eine Situation haben wir keine Chance zugelassen. Trotzdem wird es ein heißer Tanz in Anderlecht. Wir haben gute Voraussetzungen zum Weiterkommen, aber wir werden noch einiges dafür tun müssen."
Foto:
Witters
EM 2012
Fußball
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show