Und dass, obwohl der Senat in seiner Funktion als Anteilseigner der Bank dem neuen Vergütungssystem grundsätzlich zugestimmt hat.
Wie berichtet, können künftige Vorstandsmitglieder bei Erfolg der Bank wieder Millionen an Boni kassieren. Allerdings mit einer "Schamfrist" von drei Jahren. Eigentlich hatten die Bürgerschaft und das Parlament in Kiel eine Gehaltsobergrenze von 500000 Euro im Jahr festgelegt. Grünen-Chefin Katharina Fegebank: "Es ist moralisch abartig, dass das 15- bis 16-Fache eines normalen Jahresgehalts nicht ausreicht, einen Banker für diese Arbeit zu finden."
Joachim Bischoff, Finanzexperte der Linken, spricht von einer "Selbstbedienungsmentalität der politischen Klasse in einer tief gespaltenen Stadt". Er erinnerte daran, dass sich die HSH de facto im öffentlichen Eigentum gefindet. Im vorigen Jahr machte die Bank einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro, in diesem und im nächsten Jahr jeweils eine Milliarde.
Die SPD teilt die Kritik und zeigt sich fassungslos, dass CDU und GAL das neue Vergütungsmodell im Vorfeld noch nicht einmal im Haushaltsausschuss beraten wollten. Thomas Völsch (SPD): "Ohne Transparenz gibt es kein Vertrauen."
Selbst Bürgermeister Ole von Beust (CDU) distanziert sich von dem Vergütungsmodell - obwohl ihm sein Senat zugestimmt hat. Dem "Abendblatt" sagte er: "Für 500000 Euro bekommt man offenbar keine guten Bankmanager. Dass das so ist, ist an und für sich ein perverser Zustand. (...) Ich fürchte aber, das System als solches kriegen wir allein nicht abgestellt."
CDU-Finanzexperte Thies Goldberg meint: "Wir brauchen die besten, nicht die preisgünstigsten Banker. Wir dürfen keine Milliardensummen riskieren, um Hunderttausender-Beträge zu sparen."