Die Meldung des "Handelsblattes" wurde von einem Sprecher der Bank zwar ausdrücklich nicht bestätigt, da der Jahresabschluss für das Jahr 2009 noch nicht festgestellt sei und dem Aufsichtsrat erst am 14. April vorgelegt werde. HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher hatte jedoch vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) der Hamburgischen Bürgerschaft vor zwei Wochen erklärt, dass sich der Verlust der Bank im Rahmen der Planung bewege. Diese Planung sah rund eine Milliarde Euro Verlust vor, noch vor den Garantiekosten der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein.
Die HSH Nordbank, der weltgrößte Schiffsfinanzierer, ist durch risikoreiche Geschäfte während der Finanzkrise haarscharf an der Pleite vorbeigeschlittert und nur durch Kapital und Garantien der Bundesländer und des Bankenfonds SoFFin gerettet worden. Das Institut will im Jahr 2011 wieder einen Gewinn erwirtschaften.
Die CDU in Schleswig-Holstein hat die Botschaft zurückhaltend aufgenommen. „Auch wenn ein Verlust der HSH-Nordbank in Höhe von einer Milliarde Euro bitter wäre, so kann er das Parlament nicht überraschen“, sagte der finanzpolitische Sprecher der CDU, Tobias Koch, am Dienstag in Kiel. Dieser Wert würde den von der Bank vorgelegten Planungen entsprechen. „Zumindest würden sich die vielfach geäußerten Befürchtungen, die Bank würde bereits in 2009 eine erneute Kapitalzuführung benötigen, damit nicht bestätigen.“
Aufwendungen für erhaltene Garantien und Restrukturierungen sind in dem Milliardenverlust offenbar noch nicht eingerechnet. Sie belaufen sich auf einen zusätzlichen dreistelligen Millionenbetrag.