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HEUTE STARTET AUF RTL "RACH, DER RESTAURANTTESTER"

So gut ist der Sternekoch wirklich

Christian Rach (51) ist der Großinquisitor der deutschen Gastronomie. In seiner RTL-Sendung „Rach, der Restauranttester“ (die neue Staffel startet heute Abend um 21.15 Uhr) deckt er gnadenlos Mängel in Lokalen auf. Und in seinem Sterne-Restaurant „Tafelhaus“ am Elbufer? Da läuft längst auch nicht alles glatt. Die MOPO-Restauranttester bekamen am Sonnabend Mini-Portionen durchschnittlicher Qualität zu Maxi-Preisen – von teils ahnungslosen Kellnerinnen serviert.



Kurz nach 19 Uhr in dem Glaskubus an der Straße Neumühlen. Das „Tafelhaus“ füllt sich langsam – ist später sogar ausgebucht. Maître Rach ist selbst präsent. Die Gäste genießen den abendlichen Elbblick. Ein junges Pärchen am Nebentisch bittet ehrfürchtig um ein Autogramm in Rachs neuem Buch „Das Kochgesetzbuch“. Das wichtigste Gesetz in der Gastronomie heißt: Mach deine Gäste satt. Doch bereits daran scheiterte Rach. Nachdem uns ein Mini-Mini-Baguette zugeteilt wurde, strafte uns die Dame mit dem Brotkorb für den Rest des Abends mit Nichtachtung. Der erste Gang, eine dünne Kürbissuppe mit teils holzigen Kürbisstückchen, in der zwei vereinsamte Mini-Teile Jacobsmuschel dümpelten, half dem Magen nicht wirklich weiter. Dann der Hauptgang. Auf der Karte stand Steinbutt, es war aber eher Seezunge. Wie auch immer – die fade Portion war sparsam portioniert, dazu ein Klacks Rahmspinat und kaum wahrnehmbare Trüffel. Der Magen knurrte weiter. Die Hoffnung ruhte nun auf der „Auswahl von gereiftem Käse“. Drei Mikro-Teilchen teilte die charmante Service-Lady zu, dazu ein paar Trauben und drei Walnüsse. Danach musste dringend noch ein Dessert her: Schokoladencanneloni mit Ananas und Rohrzuckereis. Das klang entschieden besser, als es schmeckte. Der Preis der vier Mini-Gänge betrug stolze 71 Euro. Und der Magen? War nicht wirklich befriedigt. Da kamen die kleinen (kostenlosen) Pralinen zum Vier-Euro-Cappuccino gerade recht.



Dem Vegetarier am Tisch ging es nicht viel besser. Hier gab’s drei Gänge – für die später stolze 59 Euro berechnet wurden. Edelfisch oder Rinderfilet hätten nicht mehr gekostet. Serviert werden Dreierlei Ziegenkäse – immerhin eine spannende, wenn auch nicht sehr üppige Vorspeise, die ein wenig Geschmackserlebnis vermittelte. Als Hauptgericht wurde Pasta mit Spinat und schwarzem Trüffel angeboten. Äußerst sparsam war der Edelpilz auf die wenigen Nudeln gehobelt. Nett anzusehen und zudem noch lecker die Walnusstarte mit Spekulatiuseis.



Auch mit dem Wein hatte es der Service nicht so. Der Fischesser bekam zum ersten Gang seinen bestellten Riesling (7,50 Euro für 0,1 Liter) nicht. Die skurrile Begründung: „Ihr Begleiter hat seinen Wein ja noch nicht ausgetrunken.“ Im Pfälzer Rotwein (7,50 Euro) vermutete die Kellnerin die spanische Tempranillo-Traube und der rote Port (7,50) wurde eisgekühlt serviert.



Hatten wir einen schlechten Tag erwischt? Wohl kaum. Auch die Tester von „Gault Millau“ und „Feinschmecker“ haben Rach unlängst abgewertet. Zeit für den Star-Koch, nach eigenen Prinzipien zu handeln: „Fehler zu realisieren ist nicht immer einfach. Das kann und muss auch mal ordentlich wehtun.“











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Datum:  5.1.2009
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