Der nuschelt nur, der singt nicht", warfen Kritiker Herbert Grönemeyer anfangs vor. Doch sein spezieller Gesangsstil wurde schnell sein Markenzeichen - und der Sänger zu einem der erfolgreichsten deutschen Künstler überhaupt. Grönemeyer verkaufte bislang rund 15 Millionen Alben, gilt in Umfragen als Lieblingssänger der Deutschen. Seine Klassiker schrieb er aber schon in den 80er Jahren, darunter "Was soll das" und die Ruhrgebiets-Hymne "Bochum". Geboren wurde er am 12. April 1956 allerdings in Göttingen.
Derzeit soll der Künstler, dessen vollständiger Vorname Herbert Arthur Wiglev Clamor lautet, in seiner Wahlheimat London über den Songs für sein nächstes Album brüten. Ersten Nachschub bekommen seine Fans bereits am 12. Mai, wenn Grönemeyers Hymne "Celebrate The Day" auf dem offiziellen Album zur Fußball-WM, "Voices", erscheint. Am 9. Juni soll er den Song vor dem Eröffnungsspiel in München live präsentieren.
Bereits als Zwölfjähriger gründete er seine erste Band. Der Durchbruch kam 1984 mit dem Kult-Album "4630 Bochum": Fast 80 Wochen hielt sich die Platte in den Charts, die Single "Männer" machte den Sänger bundesweit bekannt. Immer wieder kritisierte Grönemeyer in seinen Liedtexten die Zustände in Deutschland und hatte lange Zeit den Ruf eines Moralapostels. "Ich mache mir Gedanken über das Land," sagte er schlicht. Bevor er sich ganz der Musik zuwandte, hatte Grönemeyer sich bereits als Schauspieler einen Namen gemacht: Seine bekannteste Rolle spielte er als Leutnant Werner in Wolfgang Petersens Film "Das Boot". Schon früh hatte er für das Schauspielhaus Bochum gearbeitet. Kurz darauf war Grönemeyer Musikalischer Leiter am Hamburger Schauspielhaus.
1998, wenige Monate nach Erscheinen seines Albums "Bleibt alles anders", trafen den Sänger gleich zwei Schicksalsschläge: Im November starben sein Bruder Wilhelm und dann seine Ehefrau Anna, die jahrelang gegen den Brustkrebs gekämpft hatte. Grönemeyer brach seine laufende Tournee ab und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück.
2002 feierte er mit dem Album "Mensch" ein fulminantes Comeback. Er gestand damals: "Ich hatte nach den Schicksalsschlägen Angst gehabt, die Fähigkeit zu verlieren, Musik zu machen" - doch das neue Werk erntete viel Lob, und bei der folgenden Tournee füllte Grönemeyer sämtliche Hallen und Stadien.
Lieber Herbert,
bei unserer ersten Tournee mit Dir vor 24 Jahren war es uns "TOTAL EGAL" wie viele Besucher kommen würden. Du erinnerst Dich - 20 waren es in Berlin. Ich war von Anfang an überzeugt, dass Du einer der Größten wirst.
Inzwischen hast Du jede Halle und jedes Stadion ausverkauft. Du bist mit Deinen Texten immer auf der Höhe der Zeit geblieben und hast die seltene Gabe, die Menschen mit Deinen Liedern immer wieder zu berühren. Ich freue mich jetzt schon auf Dein nächstes Album.
Ich wünsche Dir zu Deinem 50. Geburtstag Glück, Zufriedenheit und Gesundheit.
KARSTEN JAHNKE