Er tat, was er immer und überall tut - und landete damit in den Schlagzeilen. Nachdem Altbundeskanzler Helmut Schmidt (89) trotz des Rauchverbots in einem Theater an seiner geliebten Zigarette zog, gab es mächtig Wirbel. Eine Nichtraucherinitiative zeigte ihn an, Schmidt galt fortan als Raucher-Rebell. Doch jetzt sagt er ganz reumütig: "Ich habe nicht gegen das Gesetz verstoßen wollen."
Es war am 6. Januar beim Neujahrsempfang des Winterhuder Fährhauses, als Dauerraucher Schmidt und seine Frau Loki die Zigaretten zückten - obwohl seit Anfang Januar in Hamburg das Rauchverbot gilt. Über den Ärger, den es danach gab, hat sich der Altkanzler jetzt im "Zeit-Magazin Leben" geäußert.
Im Interview kündigt er brav an, sich künftig an das Verbot halten zu wollen. "Dem Gesetz muss man gehorchen. Immerhin haben es die Parlamente beschlossen", sagt Helmut Schmidt. Die Episode im Theater - unglücklich gelaufen. Man habe ihm ein Tischchen mit Aschenbecher hingestellt, dies habe er als Einladung zum Rauchen verstanden. "Wir haben uns überhaupt nichts dabei gedacht. Und daraus haben andere einen bewussten Verstoß gegen das Gesetz gemacht", sagt Helmut Schmidt.
Nach dem Vorfall schimpften Kritiker über eine Sonderbehandlung von Prominenten, eine Nichtraucherinitiative aus Wiesbaden zeigte das Ehepaar wegen Körperverletzung an. "Wir haben darüber gelacht", sagt der Altkanzler. Das Verfahren wurde bereits eingestellt.
"Ich lasse mir von niemandem das Rauchen verbieten", sagt Schmidt vor ein paar Wochen. Das bestätigte er auch der "Zeit": "Das bleibt so." Er habe nie versucht, das Rauchen einzustellen: "Ich bin doch nicht verrückt." Ein öffentliches Vorbild will Helmut Schmidt ohnehin nicht sein. Er sagt: "Politiker sollen auf ihrem Felde Vorbild sein, aber nicht auf sämtlichen Feldern menschlichen Lebens. Das ist zu viel verlangt."