Helmut Schmidt ist ein echter Hanseat – bodenständig, geradlinig, sparsam. Keinem werden deutsche Tugenden so zugeordnet wie dem Altkanzler. Dass „Schmidt Schnauze“ in den vergangenen Jahren auch so einige Millionen anhäufte, verriet er jetzt ganz nebenbei.
Angesprochen auf die spendenfreudigen US-Milliardäre, sagte Schmidt dem „Zeit-Magazin“: „Meine Frau und ich haben insgesamt mehrere Millionen für verschiedene Stiftungen aufgebracht.“
Zu Multimillionären wurden die Schmidts durch ihre Bücher. Lokis „Erzähl doch mal von früher“ oder sein „Außer Dienst“ hielten sich monatelang in den Bestseller-Listen.
„Wir wollten nie reich oder vermögend sein. Es ist reiner Zufall, dass sich gegen Ende meines Lebens meine Bücher so gut verkauft haben“, sagt Schmidt und spendete prompt eine knappe Million an die von ihm mitgegründete „Deutsche Nationalstiftung“. Sie soll das Zusammenwachsen von Ost und West fördern.
Im „Zeit“-Interview lobt der 91-Jährige zudem ähnlich großzügige Spender wie Katalog-König Werner Otto oder Maschinenbauer Kurt Körber.
Auch für eine Reichen-steuer wäre Schmidt zu haben: „Ich bin dafür, dass in der gegenwärtigen Situation, in der sich alle großen Staaten der Welt in hohem Maße haben verschulden müssen, um Banken und Versicherungen zu retten, die Spitzensteuersätze nach oben gezogen werden.“
Für Luxus hatte der Politik-Dino ohnehin nie etwas übrig. Andere wären längst an die Elbchaussee gezogen. Seine Ansicht: „Da gehören wir nicht hin“ – und blieb weiterhin mit seiner Loki im Langenhorner Bungalow wohnen. (jam)
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