Arbeiten auf dem Wasser - das dürfen nicht nur Hafenkapitäne! Im Müggenburger Zollhafen (Veddel) müssen schon bald auch Büroarbeiter Seefestigkeit beweisen: Dort entsteht das größte schwimmende Bürohaus Deutschlands.
Der Ponton ist schon gegossen. Bald wird auf dem treibenden Fundament, das in Kürze gleich gegenüber der "BallinStadt" festmachen wird, ein Stahl-Eternit-Gebäude mit drei Etagen und 1900 Quadratmetern errichtet. Anfang kommenden Jahres werden in das sogenannte "IBA-Dock" die 18 Mitarbeiter des Planungsbüros für die Internationale Bauausstellung 2013 (IBA) einziehen. Gleichzeitig ist das "IBA-Dock" auch Ausstellungsgebäude.
Das Besondere an dem Haus ist die Energieversorgung. Denn: Die Heizung kommt selbst im tiefsten Winter ganz ohne Öl oder Gas aus.
Und so funktioniert das rund sieben Millionen Euro teure Energie-Wunder: Im Winter zieht das Dock seine Wärme aus dem Flusswasser und verteilt sie über Wärmepumpen im ganzen Gebäude. Im Sommer wird das System einfach umgekehrt: Die kälteren Wassertemperaturen der Elbe werden für die Kühlung der Räume genutzt. "Das Ergebnis ist eine angenehme, natürliche Kühle ohne gefährliche Zugluft wie bei herkömmlichen Klimaanlagen", so die Beschreibung der Ingenieure von der spanischen Firma "Immosolar", die schon in ganz Europa und in Nordafrika Häuser mit niedrigem Energieverbrauch gebaut haben.
Den Strom zum Betrieb der Wasserpumpe liefern Solarkollektoren auf dem Dach. Ob da das Hamburger Wetter auch mitmacht? "Kein Problem", sagt IBA-Sprecher Stefan Nowicki. "Notfalls kann man externen Strom dazukaufen."