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HEIMFELD

Aufstand gegen Kleingarten-Chef

Großer Wirbel um den Kleingartenverein "Fürstenmoor" in Heimfeld: Unter Beschuss steht vor allem Günther Kwint, der Vorsitzende. Ausländer, so Kwints Meinung, werfen überall ihren Müll hin, feiern laute Grillpartys mit ihrer ganzen Sippe, lassen ihre Gärten verkommen und bedrohen Deutsche mit Messern. All diese "schlechten Erfahrungen" seien der Grund, weshalb er Türken nicht mehr in den Verein lasse.



Der Bericht in der MOPO von gestern hat für Diskussionen gesorgt. Etliche Vereinskollegen, sind verärgert - die türkischen vor allem. So auch Ahmet Yildiz (40). "Das alles sind Vorurteile. Völliger Quatsch. Hier hat es noch nie gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Ausländern gegeben", sagt er. Dass die Nationalität ein Kriterium bei der Vergabe von Parzellen ist, habe er selbst schon erlebt - ein Freund wurde abgelehnt, weil er Türke ist.



Und so wäre es fast auch Ayse Zorlu (36) ergangen, die zusammen mit ihrem Mann Omer (39) eine Parzelle auf dem Vereinsgelände bestellt. "Als wir uns damals um den Garten bewarben, wollten die uns nicht haben. Mit derselben Begründung: Türken tun dies, Türken tun das. Ich habe mir das nicht bieten lassen und mich am Ende durchgesetzt. Und jetzt gucken Sie sich doch mal um!"



In der Tat: Von Verwahrlosung keine Spur. An zahllosen Feierabenden hat das Ehepaar das Gartenhaus völlig neu aufgebaut. Es sieht top gepflegt aus. Genauso wie der Rasen, auf dem die Kinder Tugba (6) und Hursit (4) spielen.



Ein Vorwurf der deutschen Nachbarn ist, dass türkische Kleingärtner sich nicht genug am Vereinsleben beteiligen. Omer Zorlu gibt zu, dass das so ist. Aber er erklärt auch, woran das liegt: Die meisten Deutschen seien Senioren. "Die haben Zeit. Wir aber haben zwei Kinder, und wir sind beide berufstätig. Das ist der Unterschied."

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Datum:  22.5.2008
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