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Hartz IV

Sie verkauft ihren Körper für ihr Kind

Die schlimmsten Momente waren die, in denen der Kleine sehnsüchtig auf das teure Spielzeug guckte. Wenn sie ihm so gerne ein Eis kaufen wollte, aber nicht mal wusste, wovon sie das Abendbrot bezahlen sollte. Mary (29, Name geändert) war es irgendwann leid, mit Hartz IV zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben zu haben. Die junge Mutter wurde Hure - um ihrem zweieinhalbjährigen Jungen etwas bieten zu können. Die MOPO traf die Hure.



Liebevoll streichelt Mary ihrem Justin über den Kopf. Der blonde Knirps strahlt seine Mama an. Es ist 7 Uhr. Obwohl die allein erziehende Mutter erst um halb drei von der Arbeit kam, muss sie schon wieder aufstehen. "Ich möchte so viel wie möglich Zeit mit meinem Kind verbringen", sagt die braunhaarige Frau, die sich bereits vor zwei Jahren von dem Vater ihres Sohnes trennte - und seitdem nie wieder etwas von ihm gehört hat. Nach zahlreichen schlecht bezahlten Aushilfsjobs und Hartz IV entschied sich die 29-Jährige, anschaffen zu gehen. "Zuvor waren die einfachsten Dinge nicht drin. Ich konnte Justin nicht mal ein Eis kaufen. Außerdem hatte ich einen Berg von Schulden", sagt sie.



Vor einem Jahr bewarb sie sich in dem Wandsbeker Bordell "Geizhaus" - und wurde eingestellt. Fünf Nächte in der Woche verkauft die Mutter nun ihren Körper - Freier zahlen für Sex mit ihr 38,50 Euro, rund 20 Euro darf sie davon behalten, sagt sie. Fast alle Kolleginnen haben ebenfalls Kinder und sind allein erziehend. Mit der Prostituierten Jenny (27, zwei Kinder) ist Mary befreundet. Die Frauen arbeiten abwechselnd. Wenn die eine anschaffen geht, passt die andere auf die Knirpse auf.



2000 bis 4000 Euro kommen so im Monat für sie zusammen. Sie will den Job nicht ewig machen, klar. "Mein großer Traum ist es, irgendwann mal mein eigener Chef zu sein, egal in welchem Beruf. Für meine Zukunft lege ich jetzt schon Geld zurück", sagt die Prostituierte. Und ihr Sohn - wird er irgendwann von dem Job seiner Mutter erfahren? "Ich werde Justin später erzählen, was ich gemacht habe. Denn ich habe es für ihn getan", sagt die Hure.

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Datum:  3.11.2006
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen