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HANDYS

Telefonieren wir uns zu Tode?

Die Hamburger haben Angst vor ihren Handys. 82 Prozent fürchten sich nach einer Emnid-Umfrage vor schädlichem Elektro-Smog der Mobiltelefone - bundesweit sind es "nur" 55 Prozent. Sorgen sich die Hamburger zu Recht? Studien zeigen, dass Handy-Strahlung Zellen verändert. Neueste Erkenntnis: Weil die kleinen Begleiter Mikrowellen erzeugen, wirds im Gehirn knalleheiß: Sogar 10000 Grad können entstehen!



Die Kosten sinken, Flatrates breiten sich aus. Immer mehr Menschen nutzen das Handy als Ersatz fürs Festnetz. Statistisch gesehen hat jeder Deutsche ein Handy. Doch die Telefone senden elektromagnetische Strahlen aus. Und noch ist unklar, wie gefährlich das ist. Am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung wurde gerade Beunruhigendes festgestellt. "Jeder weiß, dass in der Mikrowelle einiges in Sekunden und anderes nur langsam heiß wird", so Direktor Markus Antonietti. "Dummerweise erhitzen sich bestimmte Stellen im Gehirn sehr schnell."



Richtlinien geben vor, dass die Erwärmung von Körperteilen beim Telefonieren ein Grad nicht überschreiten darf. Doch in der Realität kann nur die mittlere Temperatur gemessen werden. Die Forscher um Antonietti bestrahlten deshalb eine Art künstliches Gehirn, um genauere Temperaturdaten zu bekommen. Das schockierende Ergebnis: Wo der Testaufbau am ehesten Zellteilen im Gehirn ähnelte, gabs die stärksten Erhitzungen. "Wie viel genau, kann man nicht sagen. Aber einige Teile absorbieren hundert Mal mehr Energie als angenommen. Das kann für Sekundenbruchteile 10000 Grad und mehr erzeugen", so Antonietti. "Und die Energie aus Handys schüttelt die Moleküle so heftig durch, dass sogar Löcher in der Zellmembran entstehen."



Ob und wie gefährlich das ist, will Antonietti nicht sagen. Der Professor legt Wert darauf, dass er Handys nicht verteufelt. Schließlich nutzt er selbst eins. Nur eben so selten und kurz wie möglich. Und seine Kinder dürfen maximal fünf Minuten am Stück am Handy quasseln.



Das Ergebnis einer von der EU finanzierten internationalen Studie zu den Gefahren des Mobilfunks vor zwei Jahren ist noch erschreckender. Im Reagenzglas haben die Handystrahlen gentoxische Wirkungen gehabt - sie zerstörten Teile der DNA. "Sowas steht am Anfang jeder Krebserkrankung", so Projektkoordinator Franz Adlkofer. Und das bei Strahlen weit unter den Grenzwerten. Lange konnten die Resultate nicht wiederholt werden und wurden stark angefeindet. Doch eine indische Studie hat jetzt das gleiche Ergebnis geliefert - und zwar bei lebenden Menschen.



Warum die Schäden auftreten, bleibt unklar. "Auch ist das nicht der Beweis, dass Handys Krebs verursachen", so Adlkofer, der selbst nur mobil telefoniert, wenns wirklich nötig ist. "Aber es ist fahrlässig, so zu tun, als gäbe es kein Risiko. Wir brauchen mehr Forschung!" Denn die wird seiner Meinung nach sehr erfolgreich von der Mobilfunkindustrie in Verbindung mit Teilen der Politik torpediert.



Immer wieder berichten kritische Forscher, wie mit Drohungen und Rufschädigungen versucht wird, sie mundtot zu machen. Parallel rollt derzeit eine Werbewelle durchs Land, um Verbrauchern die UMTS-Technik nahezubringen. Dabei sei UMTS noch gefährlicher, sagt Adlkofer: "Wir alle befinden uns in einem gigantischen Freilandversuch mit ungewissem Ausgang!"

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Datum:  23.8.2006
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen