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HAMER: Wie rechts ist die Todessekte?

Das Entsetzen über die Aktivitäten der Hamer-Todessekte in Hamburg wächst. Ärztekammer, Gesundheitsbehörde und Verbraucherzentrale warnen die Bevölkerung eindringlich vor den lebensgefährlichen Thesen des "Wunderheilers" Ryke Geerd Hamer, der Krebskranken rät, Chemo- und Strahlentherapie abzubrechen und stattdessen den seelischen Konflikt zu lösen, der Auslöser der Erkrankung sei. Geschätzt wird, dass in den vergangenen Jahren bereits bis zu 50 Menschen daraufhin starben. Hamers Ideologie hatte sie dem Tod geweiht.



Gestern meldeten sich mehrere Hamer-Gläubige in der Redaktion: Eine Frau aus Baden-Württemberg berichtete, dass Hamer sie von ihrem Krebsleiden gerettet habe. Aus wirtschaftlichen Interesse würden die Erkenntnisse Hamers unterdrückt. Die gleiche Überzeugung äußerte ein zweiter Anrufer - ein Apotheker aus Kiel. Die deutsche Presse, inklusive der MOPO, sei "gleichgeschaltet" und werde gelenkt von der "Chemo-Mafia".



Hamer sitzt seit 2004 in Frankreich im Gefängnis. Heute wird es einen Haftprüfungstermin geben: Die Sorgen, der Arzt, der 1986 seine Zulassung, als Mediziner tätig zu sein, verlor, könnte vorzeitig entlassen werden, sind groß. Aber sogar inhaftiert stellt er eine Gefahr dar, weil seine Anhänger die Ideologie ihres Gurus bundesweit über rund 60 so genannte "Stammtische" weiterverbreiten. Nach MOPO-Informationen gibt es "Hamer-Zellen" nicht nur in Hamburg, sondern im Norden auch in Kiel, Flensburg, Westerstede, Bremen und Hannover. Außerdem sind die Hamburger Hamer-Gefolgsleute auch bemüht, sich in Geesthacht zu etablieren. Die Treffen finden stets konspirativ statt: Neulinge erhalten erst Stunden zuvor Informationen über den Ort, an dem sie sich einfinden sollen. Vom Treffpunkt aus werden sie dann zum Versammlungsort gebracht.



Zustimmung für Hamer kommt vor allem aus der ganz rechten Ecke: Das rechtsextreme "Collegium Humanum" in Vlotho soll Vorträge zu der "Germanischen Neuen Medizin" durchgeführt haben, ebenso die NPD in Sachsen-Anhalt. Eine geistige Verwandtschaft ist ohnehin offensichtlich: Hamer wird nicht müde zu behaupten, dass es die Juden seien, die mit der Chemotherapie die Nicht-Juden umbringen wollten, um die Weltherrschaft zu erringen.

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