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HAMBURG WÄHLT

Für Wilhelmsburg gibt's keine Stimme

Am Montag nach der Wahl könnte es eine böse Überraschung für die knapp 50000 Wilhelmsburger geben: Die Elbinsel wird wahrscheinlich durch keinen Abgeordneten im Parlament vertreten sein! Schuld ist das Wahlrecht - und Ränkespiele in den Parteien.



Derzeit vertreten in der Bürgerschaft Wolfgang Marx (SPD) und Jörn Frommann (CDU) den Stadtteil, in dem nach Aussage von Finanzsenator Michael Freytag "die Zukunft der Stadt" liegt. Doch die Zukunft werden andere gestalten. Denn Marx wurde von seiner Partei nicht mehr aufgestellt. Frommann hat zwar den 27. Listenplatz - aber weil 71 der 121 neuen Abgeordneten über Wahlkreise gewählt werden, käme er nur ins Parlament, wenn die CDU mehr als 50 Prozent der Mandate erhielte.



Bleibt als letzte Wilhelmsburger Chance Metin Hakverdi. Doch der Rechtsanwalt hat es nur auf Platz vier im Wahlkreis zwei geschafft. Denn zu dem gehören neben Wilhelmsburg auch Billstedt, Horn, Rothenburgsort, die Veddel und Finkenwerder. Und beim Strippenziehen haben die Wilhelmsburger Genossen auf ganzer Linie verloren.



So ist auf dem sicheren ersten Platz Phillipp-Sebastian Kühn. Der Billstedter ist als ehemaliger Juso-Landeschef zwar verdienter Genosse - aber auch ein "Buddy" von Johannes Kahrs, so ein SPD-Insider, der die Kandidatenaufstellung im Wahlkreis "merkwürdig" findet. Kahrs gilt als der mächtige Mann im Bezirk Mitte - und Steinberg als sein Schützling.



Auf dem ebenfalls sicheren zweiten Platz steht Hildegard Jürgens. "Die kannte ich vorher gar nicht", so ein anderer Insider. Mögliche Erklärung: "Jürgens ist eine Freundin des Distriktvorsitzenden Mitte, Dieter Kauczor."



Zwar engagiert sich Hakverdi erst seit Kurzem in der SPD. Aber mit solchem Erfolg, dass ihn der "Spiegel" bereits zum "bekanntesten Mann Wilhelmsburgs" kürte. Nur: Wenn nicht tausende Wilhelmsburger ihre fünf Wahlkreisstimmen auf ihn verteilen, geht die Elbinsel in der kommenden Bürgerschaft leer aus.

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Datum:  21.2.2008
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