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Hamburg

Todesböller zerreißen Party-Gäste

Boeller

Foto: Polizei

Der knapp 50 Jahre alte Verkäufer der Todesböller saß in einer silberfarbenen Limousine mit Hamburger Kennzeichen und bot auf dem Parkplatz von Max Bahr in Rahlstedt seine Ware feil. Wer kaufte, brachte sich in akute Lebensgefahr. Zwei Menschen, die die Feuerwerkskörper zündeten, liegen mit schwersten Verletzungen in Kliniken. Der 38-jährige Arne V. wird vermutlich nicht überleben.



Als "fliegender Händler" hatte der Unbekannte vor Silvester auf dem Baumarkt-Parkplatz Bargteheider Straße 66 (Rahlstedt) die lebensgefährlichen Böller aus seinem Auto heraus verkauft. Das Unternehmen bemerkte den illegalen "Untermieter" nicht. Bei seiner feilgebotenen Ware handelte es sich um Feuerwerkskörper, die nur von Profis bei Großfeuerwerken gezündet werden dürfen. Kunden, die sich besorgt nach der Zulasssung der Ware erkundigten, sagte der dunkelhaarige Mann, der eine dunkle Daunenjacke und Jeans trug: "Das ist schon o.k., alle geprüft, in der Schweiz darf sie jedermann frei erwerben." Das war eine Lüge.



Besonders tückisch: Die Knallkörper hatten extrem lange Lunten. Doch die sind für eine elektrische Zündung ausgerichtet. Hält man ein Feuerzeug dran, detonieren die Todesböller sofort.



Genau dies passierte kurz nach Mitternacht an der Bleicherstraße auf St.

Pauli. Der 38-jährige Arne V. war hier als Gast auf der Silvesterfeier einer Freundin. 30 Gäste erfreuten sich an seinen Böllern. Der stämmige "Blohm+Voss"-Mitarbeiter aus Farmsen nahm schließlich eine "Kugelbombe", steckte sie in eine Papprolle. Sofort detonierte das Teil.



Arne V. hatte gerade den Kopf über die Öffnung der Rolle gehalten. Zeuge Holger G. (24): "Der Mann fiel sofort um, lag dann auf dem Rücken und röchelte nur noch. Sein Gesicht war schwarz vor Ruß und rot vor Blut." Im Krankenhaus wurde ein beinahe faustgroßes Loch im Schädel festgestellt. Die Überlebenschancen des 38-jährigen Familienvaters sind sehr gering.



An der Wolliner Straße (Rahlstedt) kippte in der Silvesternacht ein großes "Römisches Licht" um, das ein Gast bei einer Party an einen Gartenzaun gelehnt hatte. Eine "Effektladung" traf die 25-jährige Verkäuferin Jasmin H.

am Bein. Schien- und Wadenbein wurden zertrümmert. Zeuge André K. (39): "Mir war sofort klar, dass es sich nicht um normale Böller gehandelt hat. Glühende Geschosse flogen hunderte Meter weit durch die Gegend, setzten eine Hecke in Brand. Dann sah ich die wimmernde Frau auf der Straße liegen. Sie hatte ein riesiges Loch im Bein, ich rief die Feuerwehr, holte eine Decke."



Bei diesem Vorfall konnte die Kripo den Käufer der Böller ermitteln, er gab die entscheidenden Hinweise auf den "fliegenden Händler". Hinweise auf den Mann an Tel. 42865-6789.



Polizeisprecher Andreas Schöpflin: "Wir befürchten, dass weitere Menschen noch im Besitz dieser Feuerwerkskörper sind. Bitte nicht berühren und sofort 110 anrufen."

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Datum:  8.1.2010
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