Wird die Moorburg-Fernwärmetrasse doch noch verhindert? Die Trasse, wegen der hamburgweit 359 Bäume gefällt werden sollen. Die Trasse, gegen die sich in Altona massiver Widerstand formiert und wegen der 16 Leute mehrere Bäume im Gählerpark besetzen, um sie zu schützen. Einiges deutet darauf hin, dass die GAL die Leitung in letzter Sekunde stoppen will.
Bei einer Veranstaltung in der Friedenskirche Altona erklärte Umweltstaatsrat Christian Maaß jetzt: "Für den Klimaschutz wäre es am besten, Vattenfall würde auf die Trasse verzichten." Beruhigende Worte an die 170 Umweltschützer in der Kirche? Oder doch eine Ankündigung von Taten und damit eine Distanzierung von der eigenen Politik?
Denn es war die Umweltbehörde selbst, die im Juni 2009 das "Baummassaker" genehmigte. Vattenfall hatte die Trasse ursprünglich unter die Holstenstraße verlegen wollen. Aus Angst vor Verkehrschaos bestimmte die Behörde jedoch die Umlegung der Leitung quer durch den Grünzug Altona. Maaß rechtfertigte das damit, man sei dazu rechtlich gezwungen gewesen wegen der Beschlüsse der Vorgängerregierung.
Genau wegen dieser rechtlichen Bindung kann Maaß niemals öffentlich zugeben, dass er die Trasse verhindern will. Und doch ist erkennbar, dass genau daran gearbeitet wird. "Wir wollen kurzfristig Gespräche mit Vattenfall führen", sagte er auf MOPO-Nachfrage. Kurzfristig, denn Vattenfall hat wegen der gesetzlichen Fällfrist, die am 15. März endet, nur noch sechs Wochen Zeit für die Rodung.
Weiter sagte Maaß: "Ziel der Gespräche ist es, eine optimale Lösung für den Klimaschutz und den Stadtteil zu finden. Unsere Einschätzung ist, dass es bessere Lösungen gibt als die Trasse."
Alternativen seien dezentrale Blockheizkraftwerke, andere Brennstoffe oder Biomasse. Die in Moorburg anfallende Wärme könne man auch im Kraftwerk behalten (und nicht ins Fernwärmenetz schicken), um damit an Ort und Stelle noch mehr Strom zu erzeugen.
Deutliche Worte sind auch einem Schreiben des Amts für Landes- und Landschaftsplanung innerhalb der Umweltbehörde zu entnehmen: "Es ist zu berücksichtigen, dass die innerstädtischen Grünflächen eine besondere Bedeutung für die Erholung der Bevölkerung (...) haben und daher geschützt werden müssen." Das Amt lehne die Trasse durch den Grünzug ab.
Vattenfall hat sich bereit erklärt, neue Gespräche mit der Stadt aufzunehmen.