Wie muss sich Whitney Houston fühlen, als sie am Montag um punkt 21 Uhr die Bühne der mit 7000 Fans und Schaulustigen gefüllten O2 World betritt? Es ist ihr viertes von zehn Deutschland-Konzerten. Berlin – eine Katastrophe. Leipzig – angeblich besser. Hannover – so lala bis grottig. Aber in Hamburg fängt sie voller Elan und Zuversicht an.
Zu "For The Lovers" von ihrem neuen Album "I Look To You" tanzt sie eingerahmt von vier Tänzern und strotzt voller Energie. Ihr Outfit erinnert an Umstandsmode mit Glitzerhose. Ist die 46-Jährige etwa doch schwanger?
Stimmlich leistet sie sich auch beim zweiten Stück "Nothin’ But Love" keine Patzer, wird aber auch kräftig unterstützt von ihrem vierköpfigen Backgroundchor und den sieben Musikern ihrer Band. Standing Ovations, Riesenapplaus. "Thank you, Hamburg. I missed you, I love you!", intoniert sie in endlosen Schleifen vor sich hin. "Egal, was ihr gehört habt, heute spreche ich selbst zu euch", sagt sie. "Ich ging durch Höhen und Tiefen. Aber ich sage euch heute: Ich fühle mich gut."
Auf die teils gesungene Gesprächstherapie folgt Stille: Houston gibt ein Autogramm! Dann die erste Bewährungsprobe: "I Look To You" in einer Slow-Motion-Version. Der Anfang - kaum zu erkennen. Die Sängerin krächzt, singt einfach irgendeinen langen Ton. Mitfiebern und Mitleiden ist angesagt. Aber nach aufmunterndem Zwischenapplaus der Hardcorefans wird es immer besser. Ist am Ende etwa der Kopf an ihren gesanglichen Schwächen schuld? "My Love Is Your Love" präsentiert sie in einer gelungenen Reggaeversion. Auch nach 30 Minuten noch keiner der viel zitierten Rülpser.
Zum partytauglichen "Step By Step" übt sie sich in rastloser Pilgertätigkeit über die Bühne, immer dabei ein weißes "Schnüffeltuch" in ihrer linken Hand. Dann singt sie ihrer 15-jähriger Tochter Bobbi Kristina im Publikum ein Ständchen. Während sich Houston umzieht, unterhält ihr Bruder Gary mit Soulliedern.
Als sie im schwarzen Glitzerabendkleid zurückkommt, haucht und schreit sie den "Song For You", den sie Michael Jackson widmet, dessen Umrisse auf der runden Leinwand erscheinen. "Er war außergewöhnlich", sagt sie und wirkt ziemlich von der Rolle. Dass sie sich in diesen Zeiten mit dem medial hingerichteten "King Of Pop" verbunden fühlt, verwundert allerdings nicht.
Am Ende gab es viel Applaus für Whitney. Fazit: Das war nicht schlecht!
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?