Das Jahr war grausam, der Abschluss aber versprühte zumindest einen Funken Hoffnung auf Besserung in 2010. Sechseinhalb Stunden vor dem Jahreswechsel gewannen die Freezers mit 5:0 (1:0, 3:0, 1:0) gegen die Kassel Huskies und versetzten zumindest den Großteil der 6015 Fans in Feierlaune.
Per Transparent hatte sich das Team vor dem Spiel bei den Treuesten der Treuen für die Katastrophen-Saison entschuldigt. "Danke! Ihr seid spitze, wir sind es zurzeit leider nicht!" Der ehrlichen Erkenntnis folgte ehrliche Arbeit.
Dass das nicht immer schön anzuschauen war, juckte die Hamburger Zuschauer nicht weiter. Im zweiten Drittel stimmten sie sogar die Welle an. Vielleicht war es auch die Freude darüber, dass es eben doch Mannschaften in der DEL gibt, die noch schlechter sind als die Freezers.
Zumindest an Silvester taten die Huskies vieles dafür, diesen Beweis anzutreten. Mike Cards Schuss an den Pfosten (11.) war das einzig echte Lebenszeichen der hessischen Trümmertruppe, die von den "Eisschränken" in ihre Einzelteile zerlegt wurde.
Loppi fälschte einen Barta-Schuss zur Führung ab, Fortier erhöhte per knackigem Knaller unter die Latte. Die größten Jubelschreie aber sollten noch folgen. Vitalij Aab schüttelte sich nach zehn torlosen Dezember-Spielen per Doppelpack die Seuche vom Schlittschuh. Dazwischen zündete auch die vielleicht einzig positive Überraschung des Jahres: Alexander Dotzler. Der Mucki-Mann traf nach Fehler von Kassel-Keeper Hauser (wurde danach ausgewechselt) zum 4:0. Sein erstes Tor in der DEL ließ vor allem die Damenherzen höher schlagen. Auf dem Videowürfel zerriss sich das Abwehr-Ass das Shirt. Echt stark!
Hoffentlich kann man das irgendwann 2010 auch wieder übers ganze Team sagen. Denn die Fans wünschen sich wohl nichts sehnlicher. "Endlich wieder Eishockey", sangen sie an Silvester. Nicht der schlechteste Vorsatz fürs neue Jahr.