Ein bisschen lau ist sie noch, die neue Eiszeit der Hamburg Freezers. 166 Tage werkelte der Klub mit Hochdruck, um seinem Publikum ein völlig neues Eishockey-Erlebnis präsentieren zu können. Nach dem ersten Eindruck zum Saisonstart und dem 0:3 (0:0, 0:2, 0:1) gegen die Kölner Haie bleibt allerdings festzuhalten: Noch haben sich alle Beteiligten viel Luft nach oben gelassen.
Schon die völlig neu konzipierte Einlaufshow gab unfreiwillig den Takt für den mäßigen Auftakt vor: Bemüht, phasenweise ansprechend, aber in der Gesamtheit etwas schleppend und kompliziert wurden die 10.873 Fans in der O2 World mit Showelementen und Musik auf die Partie eingestimmt. Bei der Präsentation der eigenartigen Maskottchen "Body und Check" fiel von einem der zotteligen Kostüme versehentlich der Kopf ab – offenbar ein schlechtes Omen für die folgenden 60 Spielminuten.
Etwas kopflos ging es nämlich auch bei den Profis von Coach Richer zu. Die noch fehlende Abstimmung konnten die Freezers gegen bissige Haie selten kaschieren, statt der Hanseaten dominierten die Gäste das Geschehen. Philip Gogulla (27.) und Christoph Ullmann (29.) trafen zur Führung und hatten mit ihrem Team anschließend wenig Mühe, den Vorsprung gegen harmlose Freezers zu verteidigen. Jason Jaspers (54.) sorgte in doppelter Überzahl für den Endstand.
"Ich bin enttäuscht, das war nicht die Mannschaft der Vorbereitung", kommentierte Geschäftsführer Michael Pfad den Start. "Es hat einfach noch nicht gepasst - in allen Bereichen." Auch Trainer Richer war alles andere als angetan von seinem ersten Spiel als Freezers-Trainer: "Das war nicht der Auftakt, den wir uns vorgestellt haben", gab der Kanadier zu. "Wir waren nervös, haben zu viel überlegt und waren immer einen Schritt zu spät."
Immerhin hat sein Team schon am Sonntag (18.30 Uhr) bei den Nürnberg Ice Tigers die Chance, den Fehlstart zu verhindern. Und zum nächsten Heimspiel am 12. September gegen München geht es vielleicht auch vor heimischer Kulisse richtig los mit der neuen Eiszeit.
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