Es hatte klick gemacht. „Ich habe am Geräusch erkannt, dass ich ihn perfekt getroffen habe“, verriet Mladen Petric. War ja auch schon ein bisschen her, dass die Tormaschine seiner Job-Beschreibung entsprochen hatte. Am 7. März traf der Kroate zuletzt – beim 1:4 in Gladbach. Nach der Durststrecke schlug er gestern endlich wieder zu – im Doppelpack. Dank Mladens Treffern zitterte der HSV sich gegen Hannover auf dem Zahnfleisch über die Ziellinie. 2:1 (1:0), Pflichtaufgabe erledigt – die Werder-Wochen können beginnen.
„Ich habe natürlich gespürt, dass es so langsam mal wieder Zeit wird“, gab Petric nach seinem sechsten Saison-Doppelpack unumwunden zu. Mit seinen Saisontreffern 19 und 20 (inzwischen 12 in der Liga) hat der Ex-Dortmunder (kam im Tausch mit Super-Flop Zidan) im internen Rennen Landsmann Olic (19) und Paolo Guerrero (13) distanziert – Jubelkönig ist Petric ja sowieso. Treffer Nummer eins garnierte er mit dem wohlbekannten Pfeil nach Hause zu Gattin Despina und Töchterchen Melina-Charlize (7 Monate). Bei Treffer Nummer zwei wurde es kompliziert. Erst die abgespreizten Finger. Petric: „Das ist das internationale Solidaritätszeichen der Taubstummen.“ Bei einem Fan-Treffen hatte er den Gruß versprochen. Danach drückte er grinsend auf den Auslöser. „Das stand für Knipser – so werde ich in der Kabine genannt. Und der zweite Treffer war ja ein klassisches Knipser-Tor“, erklärt der Matchwinner.
Guerreros Klasse-Aktion war vorausgegangen (52.). Den Zauber-Volley zum 1:0 hatte Boateng bereits in der 2. Minute mustergültig aufgelegt.
Dass es noch mal eng wurde, war einerseits Schiedsrichter Markus Schmidt (sh. Seite V) geschuldet. Der Mann aus Stuttgart (der VfB ist ein Titel-Konkurrent!) gab einen unberechtigten Strafstoß, den Forssell zum Anschlusstreffer verwandelte (70.). Und der Referee verwehrte Pitroipas Treffer zu Unrecht die Anerkennung (80.).
Eine Rolle spielte mit Sicherheit auch die selbst auferlegte ökonomische Spielanlage der Hamburger. „Bei unserem Pensum kann man keine 14 oder 15 Chancen herausspielen“, stellt Petric klar. Effizienz ist gefragt. Das galt gestern gegen Hannover – und es gilt gegen Werder umso mehr!