Es war von Beginn an eine Vernunftehe und keine große Liebesheirat: Dennoch regiert die schwarz-grüne Koalition seit mittlerweile zwei Jahren die Hansestadt. Die Hälfte der regulären Regierungszeit ist damit erreicht. Grund genug, bei den Hamburgern nachzufragen, wie sie den Senat beurteilen.
Die MOPO hat beim Umfrageinstitut "YouGov" eine repräsentative Online-Umfrage unter 503 Wahlberechtigten in Auftrag gegeben. Diese wurden über einen Zeitraum von fünf Tagen zu konkreten Projekten des Senats, aber auch zu ihrem Bauchgefühl bezüglich der handelnden Personen befragt.
Die "Sonntagsfrage" ("Wen würden Sie wählen, wenn nächsten Sonntag Bürgerschaftswahl wäre?") kennt vor allem zwei Verlierer: die CDU, die nur noch auf 28 Prozent kommen würde (Februar 2008: 42,6 Prozent), und die SPD. Sie kann nicht von der Schwäche der CDU profitieren und landet ebenfalls bei 28 Prozent (Februar 2008: 34,1 Prozent).
Erstaunlich ist der Höhenflug der FDP, die derzeit nicht in der Bürgerschaft vertreten ist. Die GAL steigt in der Wählergunst ebenfalls (von 9,6 auf 15 Prozent), wie man es eigentlich nur einer Oppositionspartei zugetraut hätte.
Die schlechte Nachricht für die Grünen: Die Schulreform scheint zurzeit in Hamburg nicht mehrheitsfähig zu sein. 41 Prozent stellen sich in dieser Frage gegen den Senat, nur 15 Prozent halten den Kurs für richtig.
Kleiner Trost für die GAL: Die Schulreform ist für die Hamburger zwar ein wichtiges Thema, aber mitnichten das alles Überragende. Als dringendstes Problem gelten Arbeitsplätze (31 Prozent), gefolgt von Bildung (21 Prozent) und Schulden (19 Prozent).
Besonders unzufrieden sind die Hamburger, wenn es um Elbphilharmonie oder HSH-Nordbank geht. Und auch im Sozialbereich genießt Schwarz-Grün wenig Vertrauen: 85 Prozent glauben, dass eine immer breitere Kluft zwischen Armen und Reichen klafft. (cmb)
Bei der "Sonntagsfrage" gibt es zwei große Verlierer: die CDU und die SPD
BU: Der erste schwarz-grüne Senat regiert in Hamburg seit genau zwei Jahren.
Grafik, siehe Originalzeitung