Es war ein trauriges Ende. Die junge Orang-Utan-Dame "Leila" (10) ertrank im Wassergraben - weil sie ein Brötchen auffischen wollte, das ein Zoobesucher verbotenerweise dort hineingeworfen hatte. Das Hagenbeck-Drama hatte im vergangenen Juli viele Hamburger erschüttert. Nun ist "Leila" wieder da - als Tierpräparat im Zoologischen Museum der Universität.
Das zottelige rotbraune Fell, der freundliche Mund, die wachen Augen - haargenau wie bei der echten "Leila". Das naturgetreue Abbild hat der Präparator Klaus Zwonarz geschaffen, der auch Walross "Antje" unsterblich gemacht hat. An "Leila" hat er vier Monate gearbeitet. "Ein seltenes Tier zu präparieren, ist schon was Besonderes", sagt er. Die Affendame hätte noch 30 Jahre vor sich gehabt, bald hätte sie für Nachwuchs der bedrohten Tiere sorgen können.
Für "Leilas" Abbild hat Klaus Zwonarz zunächst den Körper des toten Affen in Ton modelliert und daraus in mehreren Schritten den Körper abgeformt. Danach klebte er die gegerbte Haut auf das Modell, anschließend folgte die Feinarbeit.
Eine Herausforderung war das Gesicht. "Ich habe mich für die Mimik an Fotos von Leila orientiert", sagt Zwonarz. Besonders schwierig war es, die richtige Gesichtsfarbe zu treffen. Der Präparator mischte verschiedene Acrylfarben, bis er endlich die richtigen Farbtöne fand: einen Schieferton für das Gesicht, Gelb mit einem Ockerstich für die Augen.
Wer "Leila" im Zoologischen Museum (Martin-Luther-King-Platz 3) besuchen möchte, könnte das auch am nächsten Sonnabend tun: Beim Tag "Open Uni" öffnet die Universität von 14 Uhr bis 19 Uhr alle Türen für Besucher, auch das Zoologische Museum macht mit. Eintritt frei. Mehr über die Höhepunkte von "Open Uni" lesen Sie morgen in der MOPO.