Zyanid - damit ermordeten die Nazis Millionen Menschen in den Gaskammern. Und genau diese hochgiftige Substanz, die in wenigen Minuten zum Tode führt, hat ein Unbekannter am Ostseestrand in Haffkrug (Kreis Ostholstein) bei Lübeck ausgelegt. Beagle Benji fraß davon und verendete. Die Urlauber haben Angst.
Für den geistig behinderten Dominik W.(10) war der kleine Beagle "Benji" sein Ein und Alles. Mutter Bärbel: "Er war für Benedikt ein Therapiehund. Seit er ihn hatte, machte er unglaubliche Fortschritte." Beim Spazierengehen am Haffkruger Hundestrand fand Benji einen kleinen Fleischklops. Bärbel W.: "Er buddelte im Sand, kaute auf dem Ding herum, lief plötzlich zum Wasser, taumelte, fiel um und regte sich nicht mehr." Eine Tierärztin konnte nur noch den Tod des Beagles feststellen.
Die Polizei sperrte den Strand, ließ den Sand sieben - ohne Ergebnis. Wenig später fand der Betreiber eines nahen Campingplatzes ebenfalls zwei Fleischklopse und übergab sie der Polizei. Jetzt liegt das Ergebnis der Untersuchung der Chemiker des Kieler Landeskriminalamts vor. Der Lübecker Polizeisprecher Jan Hendrik Wulff: "Nun haben wir erschreckende Gewissheit - beim Gift handelt es sich zweifelsfrei um Zyanid."
Dieser Stoff ist mit Zyklon B identisch - damit haben die Nazis in Auschwitz gemordet. Auch Gaskammern in den USA werden mit Zyanid betrieben. Dabei werden Kugeln mit dem Gift in einen Eimer mit Schwefelsäure geleitet. Tödliche Blausäure entsteht. In der Industrie wird Zyanid bei der Bearbeitung von Metallen, zur Goldgewinnung oder Farbenherstellung verwendet. Wo hat der Täter den tödlichen Stoff her, und was ist sein Motiv? Ein Ermittler: "Das wissen wir erst, wenn der Täter gefasst ist. Wir brauchen dringend Hinweise aus der Bevölkerung." Wer Angaben machen kann, melde sich unter Tel. (04503) 35720 bei der Polizei.