Doch der ist gerade einmal 1,2 Kilometer lang. Jeder Meter kostet also 2750 Euro! Mitten in der Krise würde so der teuerste Radweg der Stadt entstehen.
Im Koalitionsvertrag hatten sich CDU und GAL geeinigt, eine "befriedigende Fuß- und Radwegestrecke auf Seiten der Elbe entlang des Großmarktes" zu prüfen. Derzeit müssen Radler die abgasverseuchte Amsinckstraße langfahren, um von den Deichtorhallen auf die Veddel oder nach Rothenburgsort zu kommen.
In Anja Hajduks (GAL) Baubehörde wird den Entwürfen derzeit der letzte Schliff verpasst. Auch die Großmarkt-Betreiber, auf deren Fläche zwei Drittel der Strecke verlaufen, haben nichts gegen das Projekt.
Wenn da nur nicht der Preis wäre, der jetzt auf Anfrage der SPD-Abgeordneten Martina Koeppen rauskam. Zum Vergleich: Der Bau eines Autobahn-Kilometers kostet im Schnitt rund zwölf Millionen Euro - also nur vier mal so viel wie der Radweg!
Dass das in Zeiten der Haushaltskrise kaum vermittelbar ist, merkt auch die Baubehörde. Denn der gesamte Radwege-Etat liegt 2010 bei zehn Millionen Euro - die Luxus-Strecke an der Elbe verschlänge ein Drittel der Rad-Mittel.
Martina Koeppen hält die Idee deshalb für "absurd": "Es ist ja nicht mal genug Geld da, um die vorhandenen Radwege zu sanieren. Das Geld wäre auf anderen Strecken besser investiert."
In der Baubehörde gibt man sich zerknirscht. Der Grund für die hohen Kosten: Derzeit wird das Großmarkt-Gelände von einer Flutschutzwand begrenzt. Damit die Radler auf die Elbe und nicht die Betonwand gucken müssen, soll eine Promenade gebaut werden. "Dadurch wären die Radfahrer auch vor dem dortigen Lkw-Verkehr geschützt", so eine Sprecherin. Auch zwei Brücken müssten umgebaut werden.
Wahrscheinlich ist daher, dass der Teuro-Radweg dem neuen Finanzsenator Carsten Frigge (CDU) zum Opfer fallen wird. Der will alles auf den Prüfstand stellen. Für die Drahtesel-Fantasien dürfte er wenig Verständnis haben.