Das "Wohnheim Rümeland" für psychisch Kranke in Großhansdorf. Eine 23-jährige Praktikantin hatte hier in der Nacht zum Donnerstag die Nachtschicht, sollte zwölf Kranke beaufsichtigen. Der Einsatz endete grauenvoll: Ein 26-Jähriger stach auf die junge Frau ein und flüchtete. Sein Opfer verblutete. In Hamburg und Schleswig-Holstein läuft eine Großfahndung nach dem Mann.
Der erste schöne Frühlingstag in Großhansdorf. In der kleinen Wohnstraße hört man Kinderspielen und Hundegebell. Nichts deutet darauf hin, dass sich hier letzte Nacht ein Mord ereignet hat.
Das Opfer ist eine junge Frau aus St. Pauli, sie war erst seit kurzem in der Wohneinrichtung beschäftigt. Patienten berichten, dass die 23-Jährige dort ein Praktikum gemacht habe und erst zum 1. April fest eingestellt werden sollte.
Die Tat erfolgte in einem Raum, der den Schwestern als Aufenthaltsraum dient. Wie der Täter sich Zugang verschaffte, ist unbekannt. Die junge Frau bemerkte nicht, wie sich Gewalttäter Martin Heuer (26) ins Zimmer schlich.
Der Täter flüchtete nach dem Verbrechen in einem am Tatort gestohlenen Kleintransporter vom Typ Fiat Doblo. Der blaue Kastenwagen hat das Kennzeichen OD-SO 60.
Martin Heuer gilt laut der zuständigen Polizei in Lübeck als extrem gefährlich. Neben verschiedenen Körperverletzungsdelikten hat er bereits einen schweren Raub auf dem Kerbholz. Für die Tat wurde er verurteilt und bekam eine Bewährungsstrafe.
Ein Patient aus dem Wohnheim beschreibt Heuer als in sich gekehrten Einzelgänger.
Die Polizei im gesamten Großbereich Hamburg ist in Alarmbereitschaft. Martin Heuer ist 1,79 Meter groß, dicklich und trägt einen dünnen Oberlippen- und Kinnbart.
Als er zuletzt gesehen wurde, trug er schwarze Jeans und ein weißes T-Shirt. Hinweise bitte an Notruf 110. Polizeisprecher Jan-Hendrik Wulff: "Der Gesuchte ist unberechenbar. Treten Sie auf keinen Fall selbst an ihn heran, sondern alarmieren sie die Polizei."