London/Teheran - Fast zwei Wochen nach der Gefangennahme von 15 britischen Marineangehörigen hat der iranische Parlamentspräsident am Mittwoch angedeutet, dass eine Lösung der Krise langsam näher rücken könnte.
Das Herangehen der britischen Regierung sei inzwischen «angemessen», erklärte Gholam-Hossein Hadad-Adel nach Angaben des staatlichen iranischen Rundfunks. Aufschluss über das weitere Vorgehen Teherans erwarten Beobachter von einer für diesen Mittwoch angekündigten Pressekonferenz des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.
Am Dienstagabend hatte Premierminister Tony Blair erneut den Wunsch nach einer friedlichen Lösung der durch direkte, bilaterale Gespräche bekräftigt. Nach britischen Angaben gab es dazu neue Kontakte mit der iranischen Seite, darunter mit dem Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrates, Ali Laridschani. Anschließend zeigte sich Blair optimistisch. Der Premierminister sei «der Ansicht, dass beide Seiten eine baldige Lösung anstreben», erklärte eine Sprecherin.
«Die Briten versuchen das Problem ihrer verhafteten Soldaten auf dem Verhandlungsweg zu lösen, und das ist eine angemessene Aktion», sagte der iranische Parlamentspräsident. Allerdings müsste Großbritannien eingestehen, dass es «einen Fehler begangen hat». Bislang besteht London offiziell darauf, dass die 15 Soldaten sich bei ihrer Festnahme durch iranische Revolutionsgarden am 23. März innerhalb irakischer Hoheitsgewässer befanden. Teheran bleibt hingegen bei der Aussage, die Briten seien illegal in iranische Gewässer eingedrungen und deshalb festgesetzt worden.