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Glatteis-Affäre

Röders Abgang wider Willen

Am vergangenen Sonnabend gab Röder seinen Rücktritt bekannt, nachdem immer neue Details über sein persönliches Engagement bei der exklusiven Räumung seiner Wohnstraße bekannt wurden (MOPO am Sonntag berichtete). Dabei kam er seinem Rausschmiss nur zuvor - denn seine CDU-Kollegen hatten die Nase voll von Röders fragwürdigem Umgang mit der Wahrheit.



-Warum jetzt doch der Rücktritt? Am Sonnabendnachmittag erschienen CDU-Fraktionschef Michael Freytag und Innensenator Christoph Ahlhaus bei Röder, um ihm "mit Rat und Tat zur Seite" zu stehen. Nachdem die Fraktion noch am vergangenen Dienstag an ihm festgehalten hatte, weil Röder nicht gehen wollte, Reue zeigte und sich entschuldigte, mussten seine Partei-Kollegen nun aus der Zeitung erfahren, dass er auch in der Fraktion nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte. Dort beteuerte er am vergangenen Mittwoch, es sei ihm um den Zustand aller Straßen in Hamburg gegangen und nicht um die Forderung einer exklusiven Befreiung seiner Wohnstraße von Eis. Danach verdichteten sich jedoch Hinweise, dass Röder mehrere Gespräche mit dem Bezirksamt Nord geführt hat mit der deutlichen Forderung, speziell seine Wohnstraße von Eis zu befreien.



-Was wird nun aus Röder? Demonstrativ, aber sichtlich angeschlagen zeigte sich Röder einen Tag nach seinem Rücktritt gestern beim Neujahrsempfang der CDU Nord im Winterhuder Fährhaus. Trotz seines tiefen Sturzes als höchster Repräsentant der Stadt bleibt er in der Politik und wird sein Mandat als Abgeordneter in der Bürgerschaft behalten. Zudem ist er seit 1977 Geschäftsführer des Verbandes der Zeitungsverleger Hamburg und Norddeutschland sowie Rechtsanwalt. Auf seine Bezüge als Bürgerschaftspräsident von rund 7000 Euro sowie seinen Dienstwagen wird er zukünftig jedoch verzichten müssen. Röder hatte das Amt seit 2004 inne. CDU-Landeschef Michael Freytag: "Ich kenne Berndt Röder seit 30 Jahren, er war immer einer der Spitzenpolitiker der Hamburger CDU. Ich habe großen Respekt vor seiner Entscheidung."



-Wer wird Nachfolger? Darum wird in der CDU noch gestritten. Im Gespräch ist Wolfhard Ploog (67), einer der Vizepräsidenten der Bürgerschaft und Chef des Ortsverbandes Altona. Und genau deshalb ist er umstritten, denn der mächtige Kreisverband Nord - aus dem Röder stammt und der um seine Machtbasis bangt - hat offenbar Bedenken angemeldet. Auf der heutigen CDU-Fraktionssitzung wird das Thema erörtert.

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Datum:  22.2.2010
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