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GEMEINER ANSCHLAG IN RAHLSTEDT

»Sie wollten unseren Zirkus abfackeln!«

Wer macht denn so etwas?! Unbekannte haben gestern Morgen das Zelt des Mitmachzirkus "Martinelly" in Rahlstedt angezündet. Nur durch Zufall wurde der Brand entdeckt.



6.29 Uhr: Ein Passant bemerkt Flammen am Eingangsbereich des Zeltes. Sofort weckt er die Zirkusfamilie Löttel. Notdürftig gelingt es ihnen, das Feuer eigenhändig zu löschen. "Wären wir nicht geweckt worden, wäre unser gesamtes Hab und Gut wohl den Flammen zum Opfer gefallen", klagt Zirkusdirektor Carol Löttel (50). Zum Glück wurde letztlich nur die Plane des Eingangs zerstört.



Bösartig: Die Brandstifter hatten extra die Feuerlöscher, die im Eingangsbereich des Zirkus stehen, mitgenommen, damit der Brand nicht so schnell gelöscht werden kann!



Das Familienunternehmen tourt seit Jahrzehnten durch Hamburg und Umgebung. Die Löttels betreiben den Zirkus aus Harburg schon in der vierten Generation. Seit Donnerstag gastiert der "Martinelly" an der Greifenberger Straße. Eigentlich wollte die Familie dort gestern Abend die letzte Vorstellung in Rahlstedt geben - doch dann kamen die Feuerteufel. Löttel: "Das hat uns völlig aus der Bahn geworfen. Jeder Tag, an dem wir mindestens 15 Zuschauer haben, sichert uns das Überleben." Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Schon jetzt ist sicher: Es handelt sich um Brandstiftung.



Attacken gegen den Zirkus "Martinelly" haben traurige Tradition. Erst Anfang August wurde die Familie bei einem Gastspiel in Norderstedt massiv bedroht und als "Zigeunerpack" beschimpft. Eine Jugendgang zerstörte sogar einige Requisiten. Löttel: "Wir machen oft in sozialen Brennpunkten Halt, aber diese Aggressivität ist uns neu."



Gestern Nachmittag brach der Zirkus "Martinelly" sein Zelt ab und reiste weiter, nach Groß Flottbek. Am Henningstedter Weg will die Familie den Schock verdauen und die verlorenen Einnahmen wieder reinholen.

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Datum:  1.9.2008
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