Bratwurst und Ketchup-Fritten vom typischen Hamburger Imbiss? Da fällt das Urteil von Michael Weißenbruch vernichtend aus. "Konfektionsware!", winkt er ab. "Würste vom Schlachter und Eimer-Sauce!" Für Weißenbruch war klar: "Das kann ich besser!" Selbstbewusst, aber der Mann kann es sich leisten: Er ist Koch, Gourmet-Koch sogar. Bis 2007 leitete er den "Clasenhof" in Ottensen. Vom stressigen Restaurantbetrieb wechselte Weißenbruch im Herbst hinter einen Imbisstresen: Mit den "Curry-Pirates" lebt er seine Leidenschaft fürs Wurstmachen aus.
Doch bei den Fastfood-Piraten an der Mozartstraße in Barmbek-Süd ist manches anders als bei der Fritteusen-Konkurrenz. Frisch. Hausgemacht. Gourmet eben. Weißenbruchs Currywurst zum Beispiel enthält getrocknete Aprikosen zur Abrundung und wird mit einer fruchtig-scharfen Chili-Sauce serviert (Portion: 2,80 Euro). Dazu gibt's belgische Pommes frites mit Mayonnaise und Pyramidensalz (2,50 Euro). Alles von des Meisters Hand gefertigt, ebenso wie die übrigen Wustspezialitäten auf der kleinen Karte: Salsiccia mit Tomaten-Senfsauce (2,80 Euro), Merguez (3 Euro) und German Ox mit Wasabi und Apfelwürfeln (3,20 Euro). Dazu kommt eine wöchentlich wechselnde "Spezialwurst", bei der sich der Chaf kreativ austobt: Hinter dem einem alten Punk-Kracher entliehenen Namen "Nellie The Elefant" verbirgt sich beispielsweise eine mit Starkbier abgeschmeckte Schweinsbratwurst (3,20 Euro).
Und Michael Weißenbruch hat noch viele Pläne: Ab dieser Woche macht er wieder seine schon legendären "Hamburger Weißwürste" mit Lachskaviar. Die sollen so gut sein, dass sie von Konkurrenten bereits schamlos abgekupfert wurden. Soeben drehte Kabel 1 für die Reihe "Abenteuer Leben" bei den "Curry-Pirates". Arbeitstitel: "Die teuerste Bratwurst Deutschlands" - in der Sendung fertigt Weißenbruch vor laufender Kamera eine 20-Euro-Wurst mit Kalbsfilet, Trüffel und Gänseleber. Und Stress hin oder her: In naher Zukunft will der Spitzenkoch mit seinem Piraten-Imbiss weitere Stadtteile entern. Filialen sind schon in Planung.
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