Richtigen Sex, nur kuscheln oder doch lieber reden? Direkte Fragen und klare Antworten legt Autorin Laura de Weck ihren "Lieblingsmenschen" in den Mund. Das Theaterstück schrieb die heute 27-jährige Schweizerin 2006, also ein Jahr, bevor sie als Akteurin zum Jungen Schauspielhaus kam. Aber nicht dort, sondern openair im Schanzenviertel erlebte das Stück nun seine Hamburger Premiere.
Monogame Beziehungen kontra spontanes Bett-Hopping - Laura de Wecks Studenten sind auf der Suche nach dem gefühlsechten Leben. Drei Frauen und drei Männer testen sich und ihre Wirkung aufs andere Geschlecht in verschiedenen Situationen und mit unterschiedlichem Alkoholspiegel. Alle pendeln zwischen Prüfungsängsten und Partystress. Nach einer Liebesnacht mit dem Ex der Freundin reicht ein fragender Halbsatz wie "... und es macht dir wirklich nichts aus, dass ich jetzt mit ..." "Ach was!" Und ein klärendes Gespräch unter Philosophiestudenten endet mit dem Fazit: "Lieber arschficken als kopfrechnen".
Regisseurin Karin Drechsel inszenierte mit Absolventen des Schauspielstudios Freese an einem verwunschenen Ort: Zwischen Bäumen und Blättergrün bewegen sich die Darsteller auf der nackten Erde im GartenKunstNetz, einem sehenswerten Fleckchen Schanze, das bisher allen Bebauungsplänen trotzen konnte. Diesen Spiel-Platz fand auch Laura de Weck für ihr Stück "zauberhaft, er brachte eine weitere, poetische Ebene hinein".
Die tolle Truppe lobte sie zusätzlich für ihre große Spiellust. Nach Stationen wie dem Nationaltheater Mannheim und dem Staatstheater Dresden nun also ein "Schanzen-Garten", in dem die schillernden "Lieblingsmenschen" in ihrer 12. Inszenierung zu sehen sind.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?