Die Story beleuchtet schlaglichtartig die letzten sechs Lebensjahre des legendären Gangsters Jacques Mesrine. Nachdem er 1973 aus Kanada nach Frankreich zurückgekehrt ist, begeht Mesrine zahlreiche Verbrechen mit wechselnden Komplizen und foppt wiederholt Polizei und Justiz. Er wird zum Medienstar, lernt die Prostituierte Sylvia Jeanjacqot kennen und lieben und inszeniert sich im politisch aufgeheizten Klima der 70er Jahre als eine Art Sozialrevoluzzer. Am 2. November 1979 stirbt er im Kugelhagel der Polizei. Im Film sieht es aus wie eine Hinrichtung.
Die Schauspieler: Weil der späte Mesrine zur Fülligkeit neigte, musste sich Vincent Cassel 20 Kilo anfuttern. Aber trotz Schmerbauch ist sein Spiel genauso explosiv wie im ersten Teil. An seiner Seite geben sich nach Gérard Depardieu und Cécile de France auch diesmal Topstars des französischen Kinos eindrucksvoll die Ehre - etwa Ludivine Sagnier ("Swimming Pool") als Sylvia sowie Samuel Le Bihan ("Pakt der Wölfe") und Mathieu Amalric ("Schmetterling und Taucherglocke") als zwei von Mesrines zeitweiligen Komplizen.
Der Regisseur: Der zweite Teil des Biopics - eine furios inszenierte Mischung aus klassischem Gangsterfilm und modernem Thriller - ist mindestens so packend wie der erste. Durch verstärkten, aber nicht übertriebenen Handkameraeinsatz wirken die Action-Szenen sogar noch etwas dynamischer. Zudem zeigt Jean-François Richet noch deutlicher als zuvor, dass ihm kaum an einer romantisierenden Verklärung seines Protagonisten gelegen ist, den damals viele Franzosen als eine Art Robin Hood sahen. So tritt der gerissene Halunke, charismatische Ausbrecherkönig, begnadete Verwandlungskünstler, charmante Galan und gewiefte Medienmanipulator mehr und mehr hinter den eitlen Selbstdarsteller, überheblichen Großkotz und zu sadistischer Brutalität fähigen Gewalttäter zurück.
Fazit: Wer den ersten Teil mochte, darf sich den zweiten auf keinen Fall entgehen lassen.
Schießt scharf: Jahrelang hielt Mesrine (Vincent Cassel) die französische Polizei in Atem.