Wie witzig ist Politik? Sehr witzig - wenn Heinz Strunk (45, "Fleisch ist mein Gemüse") kandidiert. Mit ordentlich Schampus intus schwor er Dienstagabend "Die Partei" auf den Wahlkampf ein.
Die Partei gehört zum Satiremagazin "Titanic" und ist nach eigenem Bekunden "klein und schmierig". 2005 trat sie im Bund unter dem Motto "Verhindert das Merkel" an. Jetzt soll Strunk es richten. Denn der hat eine Vision: "Die Partei propagiert ein neues Denken, das nicht mehr linear, sondern modular funktioniert. Die sogenannte Modulardogmatik." Die 300 meist männlichen Zuhörer - Typ: irgendwie links und lustig - klopfen auf ihre Schenkel. Zehn Euro hat jeder für den Eintritt ins "Uebel & Gefährlich" gezahlt. Davon träumen andere Parteichefs.
Strunk läuft leicht lallelnd zu Höchstform auf, verspricht, sich bei einem Sieg mit allen Politikern an einen Tisch zu setzen, "denn die Probleme der Stadt sind zu groß, als dass man sie aussitzen oder gar ausschwitzen könnte." Sein Programm: Keine "Bild" mehr in Hamburg, Raucher müssen vor "lebensfeindlichen, militanten Nichtrauchern geschützt werden". Zudem müsse die Neue Flora der Roten Flora angeschlossen und die Schanze zum Rentnerquartier werden - mit "Quotenregelung nach stalinistischem Vorbild". Weiterer Schwerpunkt: Wirtschaftspolitik. "Nur lebendiges Kapital ist fröhliches Kapital", wird das Rendite-Deutsch veräppelt. "Was ist Glück? Positiver Cashflow." Strunks Schlüssel zum Erfolg "Hamburgs Zukunft liegt nicht im Bergbau!" Wie weise.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?