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GABRIELE PAULI

Ihre "Freien Wähler" greifen in Hamburg an

Gabriele Pauli und ihre Partei "Freie Wähler" - jetzt greifen sie in Hamburg an. Die ehemalige CSU-Landrätin, die nicht nur politisch für Schlagzeilen gesorgt hatte, wird am Freitag in der Hansestadt den neu gegründeten Landesverband unterstützen. Der startet selbstbewusst die Polit-Arbeit - und könnte für die etablierten Parteien in Hamburg zu einem ernsten Problem werden.



Vor allem aus den Reihen der CDU und FDP gewinnen die "Freien Wähler", die als Bürgerbewegung in Bayern starteten, ihre Mitglieder. Aber auch die SPD ist gefährdet. Die "Freien Wähler" sind ein Phänomen. Seit mehreren Jahrzehnten tummeln sie sich erfolgreich auf der (kommunal-)politischen Bühne im Süden, gewinnen nun Terrain in ganz Deutschland. Sie haben bundesweit mehr Mitglieder (280000) als die Grünen (45000). Und in Hamburg ist der Erfolg zum Greifen nahe - denn in der Stadt gibt es viele Protestwähler.



Der Einspruch kommt prompt: "Wir sind keine Protestpartei, sondern eine traditionsreiche Bürgerbewegung", betont Wolf Achim Wiegand, Sprecher des Hamburger Verbandes, der vor Kurzem nach 36 Jahren sein SPD-Parteibuch abgegeben hat. Seine "Freien Wähler" haben binnen kürzester Zeit 50 Mitglieder in der Hansestadt gewonnen.



"Wir wollen nicht die Fehler anderer Landesverbände wiederholen und gucken ganz genau, wen wir als Mitglied aufnehmen", so Wiegand. Das Problem, auf das er anspielt: Der Bremer und der Brandenburger Landesverband wurde vom Bundesverband ausgeschlossen. Grund: rechtspopulistische Parolen und eine Unterwanderung durch ehemalige Schillianer. "Das werden wir verhindern", so Wiegand. Unkoordinierte Masseneintritte und Parteien-Hopper sind nicht gern gesehen.



Hamburgs CDU ist alarmiert: "Wie nehmen jeden potenziellen Wettbewerber in unserem politischen Spektrum ernst", so Landeschef Michael Freytag, und er warnt: "Alle Akteure sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass Zersplitterungen des bürgerlichen Lagers zu einem linken Senat in Hamburg führen können."



Und die SPD meint: "Hamburg hat immer wieder Protestbewegungen temporär in Parteien zusammenführen können", so Parteisprecher Bülent Ciftlik. "Dennoch nehmen wir die Gründung dieser Partei und den Unmut, der dahintersteckt, sehr ernst."

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Datum:  12.5.2009
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