Dennis Aogo ließ Schiedsrichter Guido Winkmann keine Wahl. Sekundenlang zog und zerrte der Linksverteidiger am Trikot seines Gegners Edin Dzeko - bis der Wolfsburger fiel. Elferpfiff - Tor - der Genickbruch - klare Sache? Nicht, wenn man den Hamburgern zuhört.
Übeltäter Aogo war am nächsten dran und auch am festesten davon überzeugt, dass er eigentlich unschuldig war. "Ich finde, das war ein normaler Zweikampf und kein Elfmeter", analysierte der Abwehrmann. Keineswegs eine exklusive Einschätzung. "Kein Elfmeter", fand nämlich auch Trainer Jol, "ich dachte eher, dass es Handspiel war". Einigkeit bestand derweil darüber, dass der Elfmeterpfiff die Richtung des Spiels vorgab. Aogo: "Das war sicher die entscheidende Szene. Allerdings hatten wir danach noch genug Chancen."
Für ihn selbst galt das nicht. Der verunsicherte 21-Jährige blieb zur Pause in der Kabine, versucht aber trotz allem den Kopf oben zu behalten. "Es gibt keinen Grund, alles negativ zu sehen. In Gladbach wollen wir wieder was reißen." Ob er am Sonnabend beim Tabellenletzten in der Startelf stehen wird, steht allerdings nachhaltig in Frage.