Nach einer ersten Testvorführung in neun britischen Pubs im Januar hat Sky nun in München eine Kostprobe der neuen Technik geliefert. Am Sonntagabend zeigte der Sender vor rund 120 Gästen mit der Partie Leverkusen gegen den Hamburger SV die erste deutsche Liveübertragung eines Fußballspiels in 3D. Ein neues Kapitel Fernsehgeschichte werde aufgeschlagen, erklärt der künftige Sky-Deutschland-Chef Sullivan. Der Amerikaner soll vom 1. April an den tief in der Krise steckende Pay-TV-Sender endlich in die Erfolgsspur führen.
„Es ist wirklich beeindruckend“, sagt Franz Beckenbauer, der wie die übrigen Gäste gebannt durch seine große Spezialbrille auf die Bildschirme geguckt hat. Vor allem die Schärfe, die Tiefe und der Eindruck, ganz dicht dabei zu sein, sei erstaunlich. Auch DFB- Sportdirektor Matthias Sammer ist begeistert. Die ungewohnte Perspektive verdankt das Seherlebnis einer aufwendigen Produktion:
Spezialkameras sind nötig, die zwei Bilder aufnehmen, die leicht versetzt gezeigt vom Gehirn des Zuschauers dank Spezialfernseher und Spezialbrille in ein räumliches Bild verwandelt werden.
In diesen Tagen bringen die ersten Hersteller 3D-fähige Fernseher in Deutschland auf den Markt. In den USA sind bereits Geräte zu haben. Trotz aller Euphorie geben sich die Verantwortlichen bei Sky zögerlich. Man wisse, dass viele Zuschauer sich erst einen neuen Flachbildfernseher zugelegt haben. Viele werden sich so rasch nicht mit der neuen und nicht eben billigen Technik ausstatten.
In England will Sky von April an zumindest eine Partie pro Spieltag in 3D übertragen. Mehr ist angesichts der Kosten noch nicht drin.
2009 machte das von Medienmogul Rupert Murdoch kontrollierte Unternehmen unter dem Strich einen Verlust von 676,5 Millionen Euro.