News
Aktuelle Nachrichten aus Deutschland und der Welt.

MOPONews
Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 24.6.2009

Fußball: HSV unter Druck: Spieler und Sportchef gesucht

Hamburg - Erst floh der Trainer, dann der Manager - beim Hamburger SV herrscht ein erschreckendes Tohuwabohu. Vier Wochen nach dem überraschenden Abgang von Coach Martin Jol hat auch Sportchef Dietmar Beiersdorfer beim Fußball- Bundesligisten das Handtuch geworfen.

Der HSV hat in Bruno Labbadia zwar einen neuen Coach, aber nicht einen einzigen neuen Spieler. Fakt ist: Der starke Mann im Club ist und bleibt Vorstandschef Bernd Hoffmann, auch wenn dieser davon nichts wissen will. «Es ist ein sehr schlechter Tag für den HSV. An so einem Tag gibt es keine Sieger», sagte der sichtlich geknickte Hoffmann einen Tag nach dem mehrstündigen Krisengipfel.

Obgleich er seine Kompetenzen überschritten, in dem von Beiersdorfer verantworteten sportlichen Bereichen gewildert und hinter dem Rücken des Sportchefs die Kaderplanung vorangetrieben haben soll, geht er als Sieger aus dem Machtkampf hervor. «Ich bin jetzt ein Stück weit mehr im Fokus», meinte Hoffmann, der wie Beiersdorfer die genauen Trennungsgründe zunächst schuldig blieb.

Beiersdorfer beließ es bei nebulösen Erklärungen, sprach auf «bild.de» lediglich von der fehlenden «Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit» und einer «Situation, die in der Form nicht positiv und zukunftsträchtig für den HSV war». Nun muss Hoffmann gemeinsam mit Labbadia, der zwar «ganz wichtig» sei, aber «nicht die Managerrolle übernehmen» werde, so der HSV-Chef, schleunigst die Planungen für die kommende Saison vorantreiben. «Wir müssen das Schiff wieder flott kriegen», forderte Aufsichtsratschef Horst Becker, der schon in der Vorwoche gespürt hatte, dass es schwer wird, Beiersdorfer zu halten. «Es ist seine Entscheidung. Er wollte nicht mehr. Alle Argumente haben nicht mehr geholfen.»

Die Forderung «entweder er oder ich» soll laut Becker aber nicht gestellt worden sein. Offensichtlich war der Sportdirektor, dessen bis 2010 laufender Vertrag nach HSV-Angaben «einvernehmlich» aufgelöst wurde, die dauernden Querelen mit Hoffmann leid. Schon bei der Trennung von Ex-Trainer Thomas Doll, an dem Beiersdorfer länger festhalten wollte, lagen beide im Clinch. Bei der 177-tägigen Suche nach einem Nachfolger für Huub Stevens hatte der abwägende und nachdenkliche Beiersdorfer grundsätzlich andere Vorstellungen als der impulsive Macher Hoffmann, ehe sich beide auf Jol einigten.

Wer Beiersdorfer in dieser sensiblen Phase der Saisonplanung ersetzen soll, ist ungewiss. Als erste Namen wurden unter anderen bereits die beiden früheren HSV-Profis Nico Jan Hoogma und Thomas von Heesen, der frühere Schalke-Manager Andreas Müller sowie der langjährige Hertha-Macher Dieter Hoeneß gehandelt. «Wir müssen ganz schnell Ruhe in den Verein bringen», mahnte Becker. Verantwortlich für die Transferaktivitäten ist zunächst Hoffmann, der sich dabei auf den Rat von Ex-Spieler Sergej Barbarez stützen kann. Der Bosnier gehört seit fünf Monaten dem Aufsichtsrat des Vereins an. Über seine Rolle als möglicher Nachfolger für Beiersdorfer soll aber nicht gesprochen worden sein, versicherte Becker.

Ob dem erfolgsbesessenen und machtorientierten HSV-Vorsitzenden nun reihenweise Sportchef-Kandidaten die Tür einrennen werden, ist zu bezweifeln. «Der Aufsichtsrat hat deutlich zu verstehen gegeben, dass der neue Manager nicht alle Kompetenzen haben wird. Wer will da überhaupt kommen?», fragte Ralf Bednarek, Vorsitzender der Fanvereinigung Supporters.

Hoffmann glaubt, auch Leidenschaft und Erfolg auf dem Rasen mit wirtschaftlichem Kalkül organisieren zu können. Wer mehr Herzblut als kühle Berechnung einbringt, hat beim Vorsitzenden schlechte Karten. Ex-Trainer Jol klagte bei seinem Abschied laut «Bild»-Zeitung: «Hoffmann lebt in einem Märchen. Er will alle Spieler verkaufen, aber Titel holen.»

Weitere Meldungen News
Farid Mammadov belegte für Aserbaidschan den zweiten Platz.

Wurden beim Eurovision Song Contest (ESC) Stimmen gekauft? Dieser Vorwurf macht mal wieder die Runde. Im Fokus diesmal: der Beitrag von Aserbaidschan.  mehr...

Diese Wolldecke wurde für 221.000 Dollar versteigert.

Die Decke stammt aus der Sammlung seltener Indianerdecken des 2012 gestorbenen Schmusesängers Andy Williams („Moon River“).  mehr...

Trotz ihres Niedergangs gibt es sie noch: Die Kompakt-Kassette wird 50.

Die Musikkassette feiert 2013 ihr 50. Jubiläum. Von den frühen 70ern bis in die späten 90er Jahre war sie DAS Speichermedium für Musik schlechthin - die alten Sound-Konserven sind noch nicht ganz abgeschrieben.  mehr...

Typisch Frau

Die Frau zappt durch die Programme und bleibt beim Fußball hängen. Grüner Rasen auf dem Bildschirm ist eigentlich ein Signal zum Weiterschalten, aber diesmal erregt etwas ihre Aufmerksamkeit. Die Spieler rennen nicht, sie stehen da und heulen.