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HSV und Hertha stellen sich mit 1:1 ein Bein

Hamburg - Der Hamburger SV und Hertha BSC haben sich im Titelrennen der Fußball-Bundesliga gegenseitig ein Bein gestellt und mit dem Remis im Verfolgerduell wichtige Punkte «gestohlen».

Mit einem Sonntagsschuss von Gojko Kacar (66. Minute) konnten die Gäste zwar eine Niederlage verhindern und das insgesamt gerechte 1:1 (0:1) retten, doch der Abstand des Tabellen-Dritten aus Berlin zum Spitzenreiter VfL Wolfsburg (60) beträgt nun schon vier Punkte. Der HSV bleibt punktgleich mit dem VfB Stuttgart (beide 55) Fünfter. Mit seinem dritten Saisontor hatte Nationalspieler Marcell Jansen (8.) die Gastgeber in Führung gebracht; Kacar glich mit einem fulminanten 25-Meter-Dropkick aus. Schon seit acht Jahren haben die Hauptstädter in Hamburg nicht mehr gewonnen - von einem «Lieblingsgegner» wollte diesmal aber kein Hamburger sprechen.

«Wir sind sehr enttäuscht. Der Punkt reicht nicht», meinte HSV- Trainer Martin Jol drei Tage nach dem Halbfinal-Hinspielsieg im UEFA- Cup bei Werder Bremen. «Aber das ist der HSV in dieser Saison: Wir sind nicht abgeklärt genug.» Dafür die Hertha, befand auch Trainer Lucien Favre. «Ich bin ziemlich zufrieden, klar. Wichtig war die gute Reaktion meiner Mannschaft nach dem 0:1. Wir sind ruhig geblieben, haben weiter nach vorn gespielt. Das Unentschieden war verdient.»

Vor 57 000 Zuschauern in der ausverkauften HSH-Nordbank-Arena brachte gleich der erste ernsthafte Angriff die Führung: Ivica Olic tanzte auf der linken Seite Steve von Bergen wie beim Debütantenball aus, seine butterweiche Flanke drückte Jansen reaktionsschnell ins lange Eck. Dabei entschied sich der Einsatz des Torschützen erst kurz vor dem Spiel, weil der offensiv eingestellte Mittelfeldspieler zuletzt an einer Fußprellung litt. Piotr Trochowski, erneut einer der agilsten im Jol-Team, hätte wenig später für die Vorentscheidung sorgen können, seine «abgerutschte» Flanke landete aber an der Latte (19.). Beim 1:0 hatte Hertha-Torhüter Jaroslav Drobny keine Chance, beim Lattentreffer von Trochowski war der Tscheche überrascht. In der Schlussminute rettete Drobny das Unentschieden gegen Abwehrchef Joris Mathijsen.

Auch HSV-Chef Bernd Hoffmann ließ sich von der Euphorie rund um den Verein anstecken. «Was wir diese Saison hier erreichen können, das ist so einmalig in den letzten Jahrzehnten beim HSV», hatte der Vorstandsvorsitzende dem TV-Sender Premiere vor dem Spiel gesagt. Trotz mancher müder Beine machten die Hamburger in ihrem 48. Saisonspiel viel Druck, doch die besseren Chancen hatten vor der Pause die Gäste: Ging der Fernschuss von Torjäger Marko Pantelic noch knapp daneben (24.), musste HSV-Keeper Frank Rost beim Aufsetzer- Kopfball von Cicero sein ganzes Können zeigen (32.). Raffael lief allein auf Rost zu, verzog aber (38.). Die Halbzeitführung der Gastgeber war glücklich.

Nach der Pause ließen die offensiv eingestellten Gäste den Angriffs-Schwung etwas vermissen, doch auch der HSV verwaltete das 1:0 nur noch. Jol brachte nach einer Stunde «Sprinter» Jonathan Pitroipa für den am Sprunggelenk verletzten Paolo Guerrero. Zählbares gelang aber nur noch dem Serben Kacar, dessen Schuss wie ein Strich in der Landschaft unhaltbar für Rost im HSV-Tor einschlug.

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Datum:  3.5.2009
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