Die Story: Als Spitzenkoch Otto auf Diensreise gehen muss, engagiert er eine Haushälterin, die auf seinen Sohn Philipp, genannt Lippel, aufpassen soll. Kaum ist der Papa aus dem Haus, zeigt die anfangs sympathisch scheinende Frau Jakob ihr wahres Gesicht. Sie macht Lippel das Leben schwer und konfisziert sogar seine Bettlektüre "Geschichten aus 1001 Nacht". Angeregt von dem, was er bis dahin gelesen hat, flüchtet sich der Elfjährige daraufhin des Öfteren aus seiner tristen Passauer Realität in eine orientalische Traumwelt, in der Menschen aus seinem Umfeld in anderer Gestalt wieder auftauchen. Sein Vater etwa verwandelt sich in einen König, seine neuen Mitschüler Hamide und Arslan werden zu dessen Kindern. In seinen Träumen steht Lippel den beiden im Kampf gegen ihre intrigante böse Tante bei, die große Ähnlichkeit mit Frau Jakob hat.
Die Schauspieler: Der sehr natürlich agierende Karl Alexander Seidel ("Hände weg von Mississippi") gibt als junger Titelheld, der aus seinem mutigen Handeln in seinen Träumen Kraft für sein reales Leben schöpft, eine wunderbare Identifikationsfigur ab. Als deren fieser Widerpart macht sich Anke Engelke ganz gut. Die Comedienne führt die Riege spielfreudiger prominenter Erwachsenen-Darsteller an, die sich in Doppelnebenrollen die Klinke in die Hand geben - darunter Uwe Ochsenknecht, Eva Mattes, Christiane Paul und last but not least Moritz Bleibtreu, der hier als Lippels Vater und als orientalischer König zu sehen ist.
Der Regisseur: Lars Büchel ("Erbsen auf halb 6") hat aus der Kinderbuchvorlage von Paul Maar, der zusammen mit Produzent Ulrich Limmer auch für das Drehbuch verantwortlich ist, einen tollen Film gemacht. Lippels Traum- und Realwelt sind nicht nur inhaltlich fantasievoll miteinander verquickt. Für die Imaginationskraft des Kleinen findet Büchel auch schön-exotische Bilder, angesichts deren man sich tatsächlich mitten in einem Märchen aus 1001 Nacht wähnt. Und wer einer machtgierigen Möchtegern-Putschistin samt ihren Schergen in einem spannenden Abenteuer Paroli bieten kann, dem ist schließlich auch zuzutrauen, mit einer hundsgemeinen Haushälterin fertigzuwerden. Oder?
Fazit: Wenn Lippel träumt, müssen sich Erwachsene ebenso wenig langweilen wie Kinder.