Kommende Woche beginnt in Hamburg die vierte Triennale der Fotografie. Museen, Kunsthäuser und Galerien öffnen ihre Türen. Die MOPO zeigt das Schönste aus fünf Hamburger Galerien, die an der Triennale teilnehmen: "Eine gute Gelegenheit für Interessierte, die bisher noch keine Sammler sind, auch mal private Ausstellungen zu besuchen", so Galeriensprecherin Ruth Sachse.
Aplanat Galerie
Im Schanzenviertel zeigt die aplanat Galerie für Fotografie neue, vielfach in Hamburg entstandene Werke des Architekten und Fotografen Jay Mark Johnson. Der 1955 in St. Petersburg geborene US-Künstler zeigt neue großformatige Fotografien und Collagen, die in der sogenannten Schlitz-Scan-Technik aufgenommenen wurden. Diese Technik, die vor allem für wissenschaftliche Experimente und Filmeffekte eingesetzt wird, zielt auf die Abstraktion des Bildhintergrunds bei absoluter Schärfe einzelner Objekte ab. Johnsons Hintergrund wird so zu einem starren, bunten Strichcode, aus dem einzelne Elemente einer belebten Szenerie hervorstechen. Dieses Foto zeigt eine Szene am Hamburger Hauptbahnhof.
- Lippmannstr. 69-71, 11.4.-24.5., Di-Fr 15.30-19.30 Uhr, Sa 13-17 Uhr
Galerie Borchardt im stilwerk
Urbane Fotocollagen des Osnabrückers Helle Jetzig zeigt die Galerie Borchardt. Die befindet sich eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt von aplanat (oder mit der U 3, Landungsbrücken) am Hafen. Welche Städte die Ansichten des 52-jährigen Fotokünstlers zeigen, wird nicht immer deutlich - und ist auch nicht wirklich wichtig. Bleibenden Eindruck hinterlässt vielmehr die Möglichkeit, die verschiedenen Bilder einer beliebigen Metropole gleichzeitig wahrnehmen zu können: Wolkenkratzer und Straßenkreuzer, Schilder, Müll und Menschen oder auch mal Kampfhubschrauber auf und über einer scheinbar idyllischen Szenerie, die durch mehrschichtige Malereien und Siebdruckelemente auf dem eigentlichen Foto eine verblüffende Tiefe erlangen.
- Gr. Elbstraße 68, bis 31.5., Di-Fr 12-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr
Galerie Ruth Sachse
Ruth Sachse stellt Arbeiten der Hamburger Fotokünstlerin Carmen Oberst denen des Kaliforniers Ted Green gegenüber. Beide Künstler arbeiten mit der, wie sie selbst es nennen, "Verschlüsselung" von Fotografien. Beide nutzen aufwendige Techniken, um diesen Effekt mit ihren auf den ersten Blick durchaus dekorativen Fotografien zu erzielen.
- Sillemstr. 76, 5.4.-2.5., Mo-Fr 11-17 Uhr
Galerie Morat
Ein ganz besonderes Highlight bietet die Galerie Morat im Reichenhof. Hier erwartet uns eine Ausstellung der renommierten niederländischen Fotografin Bertien van Manen, die als eine der Erneuerinnen der dokumentarischen Fotografie in den 90er Jahren gilt. Ihre Arbeiten wurden im Museum of Modern Art, dem Maison Européenne de la Photographie oder dem Fotomuseum Winterthur gezeigt. Die Galerie Morat präsentiert die Fotografin erstmals in Hamburg mit ihren beiden Serien "East Wind, West Wind" und "Give me your image", die den Alltag und die Erinnerung von Familien in China und Europa zeigen.
- Kl. Reichenstraße 1, 11.4.-20.5., Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr
Tantus Photo Galerie
In den Colonnaden zeigt die Tantus Photo Galerie zur Triennale eine Ausstellung des Hamburger Fotografen Oliver Tiemann. Der 43-Jährige benutzt für seine Stadt- und Hafenansichten eine Digitalkamera, die Mehrfachbelichtungen erlaubt. Was für den Hobbyfotografen ein ärgerliches Versehen ist, setzt der Künstler ein, um seine großformatigen Bilder schon im Moment der Aufnahme zu manipulieren. So bestechen Tiemanns Fotografien nicht nur durch ihre Farbigkeit sondern auch durch die willkürlich anmutende Zusammenstellung von Elementen in scheinbar alltäglichen Stadt- und Hafenszenerien.
- Colonnaden 54, 10.-30.4., Mo-Sa 11-18 Uhr
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?