Das war für Schumi der beste sechs(te Platz) seines Lebens! 1239 Tage nach seinem letzten Rennen rast der rückfällig gewordene Formel-1-Rentner in Bahrain im neuen Silberpfeil auf den sechsten Platz.
Der Kerpener landet beim Ferrari-Doppelsieg (Fernando Alonso vor Felipe Massa) zwar hinter Teamkollege Nico Rosberg, aber er schlägt den amtierenden Weltmeister Jenson Button im McLaren.
Millionen in aller Welt vor den Fernsehern und etwa 50000 Zuschauer auf dem Bahrain International Circuit wollten unseren Schumi wieder fahren sehen. Ehefrau Corinna war da, Manager Willi Weber, die Freunde Heribert Füngeling und Peter Kaiser drückten in der Box die Daumen. Er enttäuschte keinen von ihnen.
Ein geglücktes Comeback zum Jubiläum. Das 250. Rennen war selbst für den siebenmaligen Champion wie ein Debüt. Aber als er das Visier seines roten Helms runterklappte und die roten Ampeln ausgingen, war alles so wie früher.
"Es hat viel Spaß gemacht", sagt Schumi nach 49 langen Runden in der Wüstenhitze (35 Grad im Schatten). Die befürchteten Rempeleien mit den randvoll getankten Autos in der engen ersten Kurve blieben aus: "Es ging gut. Speziell am Anfang ging es darum, nicht zu dicht aufzufahren und keine Fehler zu machen."
Er machte keine, überholte sogar den vor ihm gestarteten Mark Webber (Red Bull). Danach fuhr er konstante Rundenzeiten, und als seine Reifen ab der 40. Runde nachließen, verteidigte er Rang sechs gegen den aufschließenden Button. Damit sind die letzten Zweifel beseitigt: Der 41-Jährige ist topfit und kann mit den Jungspunden mithalten. Schumi schmunzelnd: "Es war nicht so anstrengend. Durch die neuen Reifen können wir nicht mehr mit so viel Tempo in die Kurven. Wir können einfach nicht mehr so schnell fahren wie früher."
Und wie war das Fahrgefühl? "Was sich geändert hat, sind diese speziellen Reifen. Dazu mein Fahrstil, da muss ich das Auto noch ein bisschen hinbasteln", sagt Schumi. Das ist auch nötig, denn die Silberpfeile landeten am Ende 40 Sekunden hinter den Ferrari, Schumi verlor fast eine Sekunde pro Runde auf Alonso.
Doch Schumi macht seinen Mercedes-Mitarbeitern und Fans Mut: "Ich habe schon größere Rückstände zu Beginn einer Saison gehabt, aber am Ende doch noch um die Meisterschaft gekämpft. Wir haben Arbeit vor uns, aber das war vorher klar."