Comeback geglückt, Blut geleckt. "Dafür, dass ich drei Jahre komplett draußen war und zur Vorbereitung nicht viel fahren konnte, bin ich sehr, sehr happy und stolz darauf, wie es gelaufen ist", sagt Michael Schumacher nach seinem sechsten Platz beim Großen Preis von Bahrain. "Es wäre ja vermessen anzunehmen, ich käme da hin, setze mich ins Auto und fahre allen um die Ohren - ich jedenfalls hatte das nicht angenommen." Beim nächsten Rennen in Melbourne (28. März) will er das Podium angreifen.
Bis spät abends saß Schumi mit Superhirn Ross Brawn und den Mercedes-Ingenieuren vor den Computern, studierte Diagramme und Leistungskurven. In der MOPO erklärt er, welche Kinderkrankheiten er fand und wie er sie im Teamwork kurieren will.
Das Auto
Schumi: "Das Untersteuern kommt von den Reifen." Der neue Silberpfeil schiebt zu sehr über die schmalen Vorderreifen Richtung Kurvenausgang, das hasst er: "In der Vergangenheit hat mir ein Auto gelegen, das übersteuert." Doch das Gegenteil ist 2010 systembedingt. Der wegen des Nachtankverbots größere Ballast an Bord verstärkt das Untersteuern noch. Schumi gibt zu, dass ihm das noch Probleme bereitet: "Ob man einen vollen oder einen halb vollen Tank hat, macht da schon einen großen Unterschied." Jetzt will er Gewicht nach vorne verlagern lassen, die Aerodynamik ändern und durch Set-up-Maßnahmen dem Mercedes das Untersteuern austreiben.
Das Team
Auch bei Brawns Weltmeister-Truppe sieht Schumi Spielraum nach oben: "Wir müssen uns einspielen, man muss sich als Team entwickeln. Man muss verstehen, wie ein Team unter Druck arbeitet und warum es so arbeitet. Ich kenne den Chef gut und er mich ebenso. Das macht vieles etwas einfacher. Aber natürlich gibt es noch Bereiche, wo wir was verbessern können."
Ob das in der kurzen Zeit bis Melbourne klappt? "Das Auto wird weiterentwickelt, von Rennen zu Rennen schneller gemacht, und da kann man sich darauf verlassen, dass er bald gewinnen wird", glaubt Ex-Weltmeister Niki Lauda, "es wird vielleicht zwei Rennen dauern."