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FIRMENÜBERNAHME

»Alice« schnappt sich AOL

Die deutschen AOL-Kunden machen intime Bekanntschaft mit der langbeinigen Römerin Vanessa Hessler (18) - dem Modell aus der "Alice"-Werbung. Denn: Das Hamburger Unternehmen Hansenet ("Alice") kauft AOL-Deutschland (Hamburg) samt zwei Millionen Internet-Kunden. Der Hansenet-Mutterkonzern, die Telecom Italia, blättert dafür 675 Millionen Euro hin. Für 1200 AOL-Mitarbeiter ( 200 in Hamburg) bedeutet dies den Wechsel zu Hansenet.



Hansenet sticht damit United Internet und Versatel aus. Ein Angebot "in letzter Minute" von freenet (Hamburg) kam zu spät. Der Zukauf wirbelt den deutschen Breitbandmarkt durcheinander: Hansenet/AOL überholt mit fast zwei Millionen DSL-Kunden die bisherige Nr. 3 Arcor und liefert sich mit United Internet einen harten Kampf um die Nr. 2 hinter T-Online (5,1 Mio. Kunden).



"Für die bisherigen AOL-Kunden ändert sich nichts", versichert Carsten Nilies, Sprecher von Hansenet. "Sie können weiter ihre kostenlosen E-Mail-Adresse nutzen, wenn sie zu Alice wechseln." Im Gegenzug sollen Alice-Kunden, die bisher mit einer äußerst kargen Homapage Vorlieb nehmen mussten, künftig von den Nachrichten, Inhalten, Spielen und Downloads von AOL profitieren. Auf diese "Portal"-Rolle wird sich AOL künftig im Rahmen einer "Partnerschaft unter Gleichen" mit nur noch 300 Mitarbeitern beschränken.



Die Telecom Italia hatte Hansenet im Jahr 2003 gekauft. Seitdem wuchs die Firma rasant von 400 auf 1300 Mitarbeiter und machte der Telekom mit günstigen DSL-Paketen scharfe Konkurrenz.



Der Zeitpunkt der Übernahme überrascht allerdings. Erst vor wenigen Tagen nahm Telecom Italia-Chef Tronchetti Provera seinen Hut. Er wollte das klassische Festnetzgeschäft abstoßen und den Telefonriesen zu einem Medienkonzern umbauen, der auch Filme und Fernsehen anbietet. Weil diese Strategie sehr umstritten ist, trat Provera am Freitag überraschend zurück. In den Streit ist auch die Regierung Prodi verwickelt. Ein Mitarbeiter Prodis soll den Vorschlag entwickelt haben, das Festnetz, das bisher der Telecom Italia gehört, wieder zu verstaatlichen. Er musste inzwischen zurücktreten.



Insgesamt gilt der DSL-Bereich als extrem lukrativer Zukunftsmarkt. Auf den schnellen Datenautobahnen lassen sich Filme, TV-Serien und Musik vermarkten. Der Branchenverband BITCOM meldete gestern einen äußerst satten Zuwachs von 33 Prozent bei den legal über das Internet herunter geladenen Musiktiteln und ein Plus von 45 Prozent bei Videos.

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Datum:  19.9.2006
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen