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FINANZKRISE

Flucht in den Selbstmord

Sie haben Schlagzeilen gemacht: Manager, die durch die Finanzkrise alles verloren haben - und sich das Leben nahmen. Adolf Merckle, Besitzer von "Ratiopharm" und schwerreicher Deutscher, ist das bekannteste Beispiel.



Doch es sind nicht nur Prominente, die den Lebensmut verloren haben. Angst vor Arbeitslosigkeit, ein Leben mit Hartz IV - das bringt immer mehr "normale" Menschen auf Selbstmordgedanken. Darauf machen Experten wie der Hamburger Diplom-Psychologe Georg Fiedler aufmerksam. Anlass: der Welttag der Suizidprävention am Donnerstag.



Die Zahlen, die Fiedler nennt, sind tatsächlich dramatisch: 244 Selbstmorde gab es 2007 in Hamburg. Zum Vergleich: Bei Verkehrsunfällen starben 43, durch Gewaltverbrechen 27, an Aids 124. Alle 47 Minuten nimmt sich hierzulande ein Mensch das Leben. Alle vier Sekunden gibt es einen Selbstmordversuch.



Statistiken über den Zusammenhang von Wirtschaftskrise und Suizidrate existieren hierzulande nicht - sehr wohl aber in Frankreich, und da sind die Zahlen alarmierend. Fiedler, der das Therapiezentrum für Suizidgefährdete am UKE leitet, beobachtet, dass immer mehr Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit Bedrohte Therapeuten aufsuchen. Besonders Zeitarbeitskräfte sind betroffen - "das sind diejenigen, die im Zweifel als Erste gehen müssen, wenn es einem Unternehmen schlecht geht".



Aber auch unter Einwanderern ist die Suizidgefahr groß. Armin Schmidtke, Vorsitzender des Nationalen Suizid-Präventionsprogramms: "Die Perspektivlosigkeit in der Krise ist für Migranten eben sehr viel höher als für andere Menschen."

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Datum:  8.9.2009
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