New York - Das Schicksal der schwer angeschlagenen Citigroup scheint noch nicht besiegelt. Nach dem dramatischen Kurseinbruch von 50 Prozent im Laufe der Woche berichten amerikanische Zeitungen widersprüchlich über die Zukunft der zweitgrößten US-Bank.
Sicher ist dagegen, dass Bank-Chef Vikram S. Pandit am heutigen Freitag ein Treffen mit dem Spitzen-Management abhält. Überraschend für manchen Markteilnehmer: Die in Frankfurt gehandelten Citi-Papiere legten am Morgen deutlich zu - auch die größten deutschen und europäischen Finanzwerte reagierten mit Kursgewinnen.
Laut "Wall Street Journal" werden Konzernteile oder gleich das ganze Unternehmen zum Verkauf gestellt, der "New York Times" (Online-Ausgabe) zufolge ist dies aber gegenwärtig kein Thema auf der Agenda. Die internen Beratungen seien noch in einer frühen Phase, aber das Top-Management wolle schon einmal alle Optionen durchspielen, schrieb das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf informierte Personen.
Die Citigroup-Aktie war am Donnerstag um gut 26 Prozent auf nur noch 4,71 Dollar eingebrochen. Das Unternehmen verlor damit allein seit Anfang November rund zwei Drittel seines Börsenwerts. An der Wall Street war der Dow-Jones-Index am Donnerstag mit einem Minus von 5,56 Prozent auf dem tiefsten Stand seit März 2003 aus dem Handel gegangen. Auch die als Signal des Vertrauens gedachte Geste des saudi-arabischen Multimilliardärs Prinz al-Walid Bin Talal, der am Donnerstag seinen Anteil von unter vier Prozent auf fünf Prozent aufgestockt hatte, half nicht.
Am Freitag wolle der Citigroup-Verwaltungsrat über die Lage beraten, berichteten die Zeitungen weiter. Das Unternehmen betont, es habe genug Kapital und flüssige Mittel. Zeitungsberichte kommentiere das Unternehmen nicht, hieß es weiter. Mit mehr als 200 Millionen Kundenkonten in über 100 Ländern ist die Citigroup einer der führenden Finanzkonzerne der Welt.