Die Story basiert auf Lars Amends Bushido-Biografie, die es 2008 bis auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat: Der Aufstieg vom kleinkriminellen Dealer zum gefeierten Musikstar ist Bushido bereits gelungen. Nun muss er nur noch ein Trauma aus seiner Kindheit überwinden und seinem trunksüchtigen Vater verzeihen, der einst mit einem Telefon auf den Schädel von Bushidos Mutter eingeprügelt hat...
Die Schauspieler: Wenn Bushido auf der Bühne steht und performed, besitzt er eine immense Präsenz, keine Frage. Aber als Schauspieler kommt er über das Niveau einer Laientheateraufführung nicht hinaus. Wenn er seiner Freundin eine klatscht, dann ist das nicht schockierend, sondern provoziert bestenfalls einen mitleidigen Lacher. Und sein gestelzter Off-Kommentar mutet gar an, als würde ihn ein Grundschüler vortragen. Für die prominenten Nebendarsteller Moritz Bleibtreu und Hannelore Elsner sollte sich das Engagement zumindest auf ihrem Bankkonto positiv niedergeschlagen haben.
Der Regisseur: Ähnlich wie 50 Cent in "Get Rich Or Die Tryin`" ist auch Bushido offensichtlich daran gelegen, sein Image als harter Kerl von der Straße zu romantisieren. Doch da machen ihm Regisseur Uli Edel ("Der Baader Meinhof Komplex") und Drehbuchautor Bernd Eichinger einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Sie streuen immer wieder Szenen ein, die das Image des Rappers bewusst demontieren. Da rappt der junge Bushido in der Schule Goethes "Der Erlkönig" oder stimmt ein Duett mit "Biene Maja"-Interpret Karel Gott an. Dieser Widerstreit der Interessen hört sich allerdings spannender an, als er tatsächlich ist: Das ständige Hin und Her hat nämlich etliche unfreiwillig komische Szenen zur Folge. Selbst bei Vollblutkomödien wurde in Pressevorstellungen selten so laut und viel gelacht wie hier.
Fazit: In der Welt von Bushido dreht sich alles nur um Respekt. Mit dieser missratenen Gangsta-Biografie hat der Rapper seinen Respekt auf absehbare Zeit aber erst einmal verspielt.